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07.05.2016

15:57 Uhr

ADAC beschließt Reform

Gescheiterte Revolte

VonChristoph Kapalschinski

Die Revolution des ehemaligen ADAC-Präsidenten Mayer ist gescheitert. Am Samstag hat die Hauptversammlung des Vereins mit großer Mehrheit für die umstrittene Strukturreform gestimmt. Die Rebellen versprechen Loyalität.

Mitglieder des ADAC halten Stimmkarten in die Höhe, während Matthias Feltz (l), Erster Vizepräsident des ADAC, und August Markl, Präsident des ADAC, auf einem Bildschirm zu sehen sind. dpa

ADAC-Hauptversammlung in Lübeck

Mitglieder des ADAC halten Stimmkarten in die Höhe, während Matthias Feltz (l), Erster Vizepräsident des ADAC, und August Markl, Präsident des ADAC, auf einem Bildschirm zu sehen sind.

LübeckDer Streit ist beigelegt: Die Hauptversammlung des ADAC hat mit großer Mehrheit für die umstrittene Reform des Clubs gestimmt. Damit folgten die Delegierten am Samstag in Lübeck ihrem Vorstand. Die Revolte des ehemaligen ADAC-Präsidenten Peter Mayer über den Regionalclub Nordrhein ist somit gescheitert.

Der ADAC wird künftig in drei Teile gegliedert: den Verein, eine europäische Aktiengesellschaft SE und eine Stiftung. Damit will der Verein der drohenden Aberkennung des Vereinsstatus‘ zuvorkommen. Mit dieser neuen Struktur sollen Finanz- und Personalverflechtungen zwischen gemeinnützigen Teilen und wirtschaftlichen Aktivitäten wie Versicherungen aufgelöst werden. „Nichtstun ist keine Option. Wenn wir nicht handeln, handeln andere für uns“, warnte ADAC-Präsident August Markl die Delegierten. „Sie entscheiden heute darüber, ob der größte Verein Deutschlands eine Zukunft hat.“ Die Debatte blieb überraschend ruhig – und voll im Zeitplan. Nur 33 Delegierte stimmten gegen die Reform – von 221 Vertretern.

Der ADAC war vor zwei Jahren in eine schwere Krise geraten. Nach willkürlichen Änderungen beim Publikumspreis „Gelber Engel“ kamen mehrere Unregelmäßigkeiten ans Licht. „Wir sind froh, dass wir viele dieser Vorwürfe entkräften können. Es war nicht alles schlecht beim ADAC“, zeigte sich Reformer Markl versöhnlich. Allerdings hätten sich einige Vorwürfe bewahrheitet.

Vor der Hauptversammlung hatten sich die Münchener ADAC-Zentrale und der Regionalclub Nordrhein um Meyer mehrere juristische Gutachten um die Ohren gehauen. Es ging darum, wie weit die Reform gehen soll. Am Ende setzte sich die Zentrale durch mit der Auffassung, möglichst weitgehend zu reformieren, um langwierige Rechtsstreits zu vermeiden. Die Kehrseite aus Sicht der Rebellen um Meyer: Der Verein gibt große Vermögenswerte in die Stiftung und die SE – und hat möglicherweise weniger Einfluss auf diese Bereiche. In die SE gehen neben Versicherungen etwa die Autovermietung und die Dienstleistungen. Die Stiftung übernimmt Luftrettung und Gelbe Engel, die auch Nicht-Mitgliedern helfen. Das Präsidium um Markl wies darauf hin, dass im ADAC schon seit Jahrzehnten wirtschaftliche Teile in eine GmbH ausgegliedert seien – nur müsse diese Trennung nun stärker werden. „Die SE ist keine grundlegende Neuerung für den ADAC, schon gar keine Revolution“, beruhigte Vizepräsident Matthias Feltz.

Schon vor der Abstimmung deutete Ex-Präsident Meyer Versöhnung am Samstag an. „Wir erwarten Respekt für unsere Meinung, umgekehrt erhalten Sie auch Loyalität für jede hier gefällte Entscheidung“, sagte er mit Blick auf das Präsidium. Er wies energisch Berichte zurück, er habe mit Klage gegen die neue Struktur gedroht oder erwäge diese auch nur. Damit ist klar: Der Streit ist nun beendet. Dazu trug auch bei, dass das Präsidium die Delegierten beim informellen Delegiertentreffen am Freitag bereits mit vier neuen Gutachten bearbeitet hatte, die die Notwendigkeit seine Reform belegen sollten.

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