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02.01.2013

14:10 Uhr

Adam und Corsa

Opel-Werk Eisenach drosselt Produktion

Das Opel-Werk in Eisenach fährt zur Fertigung des Corsa künftig nur noch zwei Schichten, nachts wird nicht mehr gearbeitet. Der Betriebsrat rechnet dennoch mit Sonderschichten – wegen eines neuen Modells.

Vom Fließband: Einer der ersten Opel Adam im Werk Eisenach. dapd

Vom Fließband: Einer der ersten Opel Adam im Werk Eisenach.

EisenachDas Eisenacher Opel-Werk drosselt seit Mittwoch die Corsa-Fertigung erstmals auf nur noch zwei Schichten. Trotz der im vergangenen Jahr beschlossenen Streichung der Nachtschicht rechnete Betriebsratschef Harald Lieske gleichzeitig mit Sonderschichten - für die Fertigung des neuen Modells „Adam“. Für das Fahrzeug beginnt am 10. Januar die reguläre Serienfertigung - ebenfalls im Zweischicht-Betrieb.

Grund für die Drosselung sei die eingebrochene Corsa-Nachfrage, vor allem in Südeuropa. Für 2013 rechnete Lieske auf „leider niedrigen Niveau“ mit einer Stabilisierung der Produktionszahlen. Das auf eine Jahreskapazität von rund 180.000 Corsa ausgelegte Werk könne dann auf 120.000 bis 130.000 Wagen dieses Modells kommen. Die Zahl der 1600 Beschäftigten in dem seit 1992 bestehenden Werk bleibe aber konstant, es würden sogar zusätzliche 100 Leiharbeiter eingesetzt.

Die europäischen Opel-Werke im Überblick

Die Ausgangslage

Opel leidet unter sinkendem Absatz und teuren Überkapazitäten. Nun will der Autobauer in seinem Werk in Bochum keine Autos mehr bauen. Eine Übersicht über die Fertigungsstätten.

Bochum

In Bochum laufen der Astra Classic und der Zafira Tourer vom Band. Ende 2014 läuft die Produktion aus. Danach soll die Autoproduktion eingestellt werden.

Rüsselsheim

Am Stammsitz Rüsselsheim werden der Insignia sowie ein Astra-Modell (5-Türer) gefertigt. 13 800 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt, davon 3500 in der Produktion und 7000 im Bereich Entwicklung und Design.

Eisenach

In Eisenach bauen knapp 1600 Beschäftigte den Corsa.

Kaiserslautern

In Kaiserslautern bauen knapp 2700 Beschäftigte Komponenten, Motoren und Achsen.

Gleiwitz (Polen)

In Gleiwitz läuft seit 2011 nur noch der Astra (bis 2010 auch der Zafira) vom Band; in Polen sind rund 3500 Menschen beschäftigt.

Saragossa (Spanien)

Am Standort Saragossa fertigen rund 6100 Mitarbeiter den Corsa, den Meriva und den Combo. Ab 2014 soll auch der Mokka in Spanien gebaut werden.

Ellesmere Port (England)

Etwa 2100 Mitarbeiter bauen für die Opel-Schwester Vauxhall in Ellesmere Port Astra-Modelle. Dort konnte das Management zuletzt rigide Sparmaßnahmen durchsetzen.

Luton (England)

In Luton wird der Transporter Opel Vivaro von 1100 Beschäftigten gefertigt.

Sonstige

Motoren und/oder Getriebe werden zudem in Szentgotthárd (Ungarn/660 Mitarbeiter) und Aspern (Österreich/1700) sowie in einem Joint Venture in Tychy (Polen) hergestellt. In Rüsselsheim und Turin hat der Hersteller Entwicklungszentren.

Bereits geschlossen wurde das Werk Antwerpen mit zuletzt mehreren tausend Mitarbeitern.

Die erwarteten Sonderschichten seien dem neuen Kleinwagen „Adam“ geschuldet, der innerhalb des Konzerns nur in Eisenach gebaut werden soll. Opel hatte dazu rund 190 Millionen Euro für eine neue Halle und Fertigungsanlagen investiert.

Zum offiziellen Start der Serienproduktion wird auch Opel-Interimschef Thomas Sedran erwartet. Er hatte im Dezember das Aus für die Autoproduktion im Opel-Werk Bochum für 2016 angekündigt, da der Konzern Überkapazitäten in Europa habe.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Golo123

02.01.2013, 15:19 Uhr

@Santos)

Warum ist es ein Fehler, Überkapazitäten abzubauen ?

Europaweit sind es noch mindestens 3 weitere Werke zu viel.

Soll man, wie in F angedacht, wieder eine Abwrackprämie ausloben, um diesen Bereinigungsproszess am Markt wiedereinmal künstlich zu umgehen.........?

Wir werden in 2013 noch weitere Schließungen, bzw. Ankündigungen von Schließungen erleben.

Die Gesetze des Marktes greifen, der Kunde hat entschieden - und das ist gut so!

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