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08.05.2012

16:40 Uhr

AEG Power Solutions

Verpatzter Verkauf ärgert Middelhoff

VonMartin Murphy

AEG Power Solutions hat illustre Aktionäre - dazu zählen Thomas Middelhoff und Roland Berger. Beide wollten das Unternehmen loswerden. Doch Investor Nordic Capital bekam kalte Füße. Nun ist der Wert rapide gesunken.

Thomas Middelhoff: Bislang kein Erfolg mit dem Investment bei AEG Power Solutions. dpa

Thomas Middelhoff: Bislang kein Erfolg mit dem Investment bei AEG Power Solutions.

FrankfurtDie Firma AEG Power Solutions ist eine dieser Firmen, die in den Niederungen der Börse dümpeln. Sie hat aber einen interessanten Aktionärskreis: Vertreten sind dort Thomas Middelhoff, Roland Berger, die Familie Maschmeyer und die Deutsche Bank. Die Investoren eint ein Schicksal: Sie haben Geld mit ihrer Beteiligung verloren.

Vor allem für Berger und Middelhoff dürfte dies eine Enttäuschung sein, denn sie hatten vor ihrem Einstieg im Jahr 2009 akribische Vorarbeit geleistet. Zusammen mit dem Ex-Banker Florian Lahnstein hatten sie eigens das Investment-Vehikel Germany1 (später 3W Power) gegründet und über deren Börsengang 250 Millionen Euro eingenommen, wie sie damals mitteilten. Gestärkt mit diesem Kapital siebten sie unter 140 Firmen AEG Power Solutions als Übernahmeziel heraus. Den Wert des Herstellers von Komponenten für die Energieindustrie taxierten sie auf 532 Millionen Euro.

Der Deal wurde aber zu einem Fiasko. Trotz steigender Umsätze verlor die börsennotierte Gesellschaft binnen kurzer Zeit dramatisch an Wert. Die Freude der Anleger dürfte daher groß gewesen sein, als Nordic Capital am 21. Februar Interesse bekundete. 4,35 Euro pro Aktie war der Finanzinvestor bereit zu zahlen. Damit wurde die Firma nur noch mit 219 Millionen Euro bewertet. Aber immerhin war das ein Aufschlag von 38 Prozent auf den Aktienkurs.

Der Deal schien perfekt - und scheiterte doch noch: In der Nacht zu Karfreitag ließ Nordic Capital das Angebot überraschend fallen, woraufhin die Aktie einbrach. AEG Power Solutions ist nur noch 103 Millionen Euro an der Börse wert. Der offizielle Grund war, dass die Bafin die Transaktion aus formellen Gründen untersagte. In den Angebotsunterlagen fehlten etwa Adressen der Bieterseite, wie eine Bafin-Sprecherin sagte.

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