Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.12.2014

12:12 Uhr

Ärger für Daimler

Autobauer zieht Zorn der US-Gewerkschaften auf sich

Die US-Arbeitsaufsicht National Labor Relations Board hat den Autobauer Daimler scharf gerügt: Der Konzern hatte den Angestellten verbieten wollen, in ihren Pausen über das Gründen einer Gewerkschaft zu reden.

Daimler hat sich in den USA Ärger mit den Gewerkschaften eingehandelt. dpa

Daimler hat sich in den USA Ärger mit den Gewerkschaften eingehandelt.

StuttgartDer Autobauer Daimler hat wegen einer rechtswidrigen Passage in einem US-Mitarbeiterhandbuch die Kritik von Arbeitnehmervertretern auf sich gezogen. „Jede Form der negativen Einflussnahme auf die Beschäftigten und den Organisationsprozess ist nicht akzeptabel“, erklärte Daimlers Gesamtbetriebsratsvorsitzender Michael Brecht am Donnerstag in Stuttgart.

Hintergrund ist eine Rüge der US-Arbeitsaufsicht National Labor Relations Board. Demnach soll eine Passage in einem Handbuch Mitarbeiter in Alabama davon abgehalten haben, sich in ihrer Freizeit auf dem Werksgelände über die Bildung einer Gewerkschaft auszutauschen.„Unsere Kolleginnen und Kollegen in Tuscaloosa (Alabama) müssen selbstverständlich das Recht haben, sich in der Arbeitspause über die Gewerkschaft zu unterhalten“, betonte Brecht. „Und niemand darf sie davon abhalten, sich zu ihrer gewerkschaftlichen Überzeugung zu bekennen.“ Daimler hatte erklärt, dass entsprechende Regelungen in einer alten Version des Handbuchs tatsächlich unklar gewesen sein. Das sei aber in der Ausgabe von 2014 geändert worden.

IG-Metall-Vize Jörg Hofmann betonte: „Es darf nicht sein, dass den Beschäftigten in den USA nur Mitbestimmungsrechte zweiter Klasse zugebilligt werden.“ Hintergrund ist, dass Angestellte von Mercedes-Benz in Zukunft auch im Werk Tuscaloosa gewerkschaftlich vertreten werden sollen.

Die US-Gewerkschaft UAW hatte Anfang Oktober mitgeteilt, dass in einem ersten Schritt ein Ortsverband gegründet worden sei. Über eine Gewerkschaftsvertretung müssen US-Mitarbeiter allerdings erst abstimmen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×