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19.05.2016

08:34 Uhr

Agrarchemiebranche

Bayer will Monsanto übernehmen

Schon vor einer Woche gab es erste Gerüchte, jetzt wurden sie bestätigt: Bayer lotet eine Übernahme des Saatgut-Spezialisten Monsanto aus. Ein solcher Deal würde ein globales Schwergewicht in dem Markt schaffen.

Gemeinsam würden die Unternehmen gut ein Viertel der weltweit verkauften Pflanzenschutzmittel absetzen. dpa

Bayer AG

Gemeinsam würden die Unternehmen gut ein Viertel der weltweit verkauften Pflanzenschutzmittel absetzen.

LeverkusenDer deutsche Chemieriese Bayer will sein Agrargeschäft mit dem Kauf des amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto stärken. Vertreter von Bayer hätten sich kürzlich mit Mitgliedern der Monsanto-Geschäftsführung getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Übernahme zu sprechen, teilte Bayer am Donnerstagmorgen mit. Monsanto war an der Börse zuletzt rund 37 Milliarden Euro wert. Der Kurs schwankte in den vergangenen Tagen, nachdem es bereits vor einer Woche erste Berichte über ein Interesse von Bayer gegeben hatte.

Auch der Monsanto-Konzern bestätigte in einer Stellungnahme, dass die Leverkusener ihm ein Angebot unterbreitet hätten. Experten des US-amerikanischen Bankhauses Morgan Stanley und der nach eigenen Angaben unabhängigen Investmentbank Ducera Partners würden den Saatgut-Spezialisten beraten, heißt es weiter. Bei juristischen Fragen steht dem Unternehmen die New Yorker Kanzlei Wachtell, Lipton, Rosen & Katz zur Seite.

Das sind die größten Agrochemie-Hersteller

Syngenta

Umsatz 2014: 15,1 Mrd. US-Dollar (2013: 14,7 Mrd. US-Dollar)

(Quelle: Geschäftsberichte)

Bayer

Umsatz 2014: 12,6 Mrd. US-Dollar (2013: 11,7 Mrd. US-Dollar)

BASF

Umsatz 2014: 7,2 Mrd. US-Dollar (2013: 6,9 Mrd. US-Dollar)

Monsanto

Umsatz 2014: 15,6 Mrd. US-Dollar (2013: 14,8 Mrd. US-Dollar)

Dupont

Umsatz 2014: 11,3 Mrd. US-Dollar (2013: 11,7 Mrd. US-Dollar)

Dow Chemical

Umsatz 2014: 7,3 Mrd. US-Dollar (2013: 7,1 Mrd. US-Dollar)

Mit Monsanto würde das Agrargeschäft eine viel größere Rolle spielen. Der US-Konzern erlöst im Jahr rund 13 Milliarden Euro mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Bayer kam im vergangenen Jahr insgesamt auf einen Umsatz von 46,3 Milliarden Euro. Monsanto geht gerade durch einige Turbulenzen. Der Konzern kappte jüngst die Gewinnprognose für dieses Jahr und befindet sich in einem Stellenabbau.

Das „Wall Street Journal“, das in der Nacht zunächst über die Gespräche berichtet hatte, schrieb unter Berufung auf Zahlen der Bank Morgan Stanley, gemeinsam würden die Unternehmen gut ein Viertel (28 Prozent) der weltweit verkauften Pflanzenschutzmittel absetzen.

BASF, Bayer und die Monsanto-Frage: Man muss auch Nein sagen können

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Gerüchten zufolge, prüfen sowohl BASF als auch Bayer eine Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto. Ein Zusammenschluss ist verlockend, doch wäre er auch vernünftig? Wohl eher nicht. Eine Analyse.

Sehr stark wären sie auch im US-Geschäft mit Getreide- und Soja-Samen. Für ein Zusammengehen spricht, dass Monsanto in den USA stärker aufgestellt ist, Bayer in Europa und Asien. Das könnte den Unternehmen auch bessere Karten bei den Wettbewerbshütern bescheren.

Monsanto hatte im vergangenen Jahr versucht, den Schweizer Konkurrenten Syngenta zu übernehmen, der schließlich an Chinesen ging.

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