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23.07.2014

08:59 Uhr

Agrarchemiekonzern

Gewinn bei Syngenta geht zurück

Der Schweizer Pflanzenschutzmittelhersteller Syngenta muss Verluste in seinem Halbjahresgewinn einstreichen. Lange Winter und der späte Saisonstart in Nordamerika sollen daran Schuld sein. Man bleibt optimistisch.

Das Logo des agrochemischen Unternehmens Syngenta: Die Schweizer Firma verdiente im ersten Halbjahr weniger. Reuters

Das Logo des agrochemischen Unternehmens Syngenta: Die Schweizer Firma verdiente im ersten Halbjahr weniger.

Frankfurt am MainDer lange und eisige Winter in vielen Teilen Nordamerikas hat den weltgrößten Hersteller von Pflanzenschutzmittel Syngenta im ersten Halbjahr gebremst. Der Start der Anbausaison verzögerte sich wegen der Wetterkapriolen in den USA bis Ende Mai, wodurch die Landwirte dort weniger Pflanzenschutzmittel nachfragten. Syngenta bekam in Nordamerika neben den ungünstigen Wetterbedingungen auch einen Rückgang der Anbauflächen für Mais zu spüren. Die Umsätze in Nordamerika schrumpften um sieben Prozent.

„In allen anderen Regionen war das Wachstum solide und lag über unserer Zielsetzung für das Gesamtjahr von sechs Prozent zu konstanten Wechselkursen“, sagte Konzernchef Mike Mack. In den Schwellenländern seien die Umsätze sogar um elf Prozent geklettert. Die Umsatzprognose für 2014 bekräftigte das Schweizer Unternehmen.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Syngenta setzte im ersten Halbjahr 8,5 Milliarden Dollar um, ein Prozent mehr als vor Jahresfrist. Wechselkursbereinigt betrug das Plus allerdings vier Prozent. Die Abwertung einiger Schwellenländerwährungen machte sich bemerkbar. Für das zweite Quartal standen 3,83 Milliarden Dollar zu Buche, Analysten hatten mit 3,94 Milliarden Dollar gerechnet. Syngenta erzielte im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von 2,11 Milliarden Dollar, ein Minus von drei Prozent. Der Nettogewinn verringerte sich um ein Prozent auf 1,39 Milliarden Dollar.

Der Konkurrent von Bayer und Monsanto rechnet mit einer Beschleunigung des Umsatzwachstums im zweiten Halbjahr, besonders getrieben durch das Geschäft in Lateinamerika. Konzernchef Mack setzt dort unter anderem auf das neue Pflanzenschutzmittel Elatus, dem er einen Spitzenumsatz von mehr als 500 Millionen Dollar zutraut. Für das Gesamtjahr 2014 erwartet der Manager wie bisher ein Umsatzwachstum von rund sechs Prozent für das integrierte Geschäft zu konstanten Wechselkursen. Es werde keine Abschreibungen des Saatgutbestandes wie im zweiten Halbjahr 2013 geben, erklärte Syngenta. Das werde sich positiv auf die Gewinnentwicklung auswirken.

Bei den amerikanischen Agrarchemie-Rivalen lief zuletzt ebenfalls nicht alles rund. US-Konkurrent DuPont meldete für das zweite Quartal in der Agrarchemiesparte einen elfprozentigen Rückgang des operativen Gewinns. Beim weltgrößten Saatguthersteller Monsanto war der Gewinn im dritten Quartal bis Ende Mai um sechs Prozent geschrumpft. Konkurrent Bayer will seinen Zwischenbericht zum abgelaufenen Quartal am 30. Juli veröffentlichen.

Von

rtr

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