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16.10.2014

10:44 Uhr

Agrarchemiekonzern Syngenta

Pilzbekämpfungsmittel sorgt für Umsatzsteigerung

Zuletzt musste Syngenta Einbußen beim Gewinn hinnehmen, doch im dritten Quartal ist der Umsatz wieder leicht gestiegen. Der Pflanzenschutzmittel-Hersteller profitiert dabei von einem neuen Pilzbekämpfungsmittel.

Nach deutlichen Verlusten konnte Syngenta wieder Gewinne machen. Reuters

Nach deutlichen Verlusten konnte Syngenta wieder Gewinne machen.

FrankfurtDer weltgrößte Pflanzenschutzmittel-Produzent Syngenta rechnet nach leichten Zuwächsen im abgelaufenen Quartal mit mehr Schwung für die restlichen Monate des Jahres. Der Gesamtumsatz habe im dritten Quartal um zwei Prozent auf 2,98 Milliarden Dollar zugelegt, teilte der Agrochemiekonzern am Donnerstag mit.

Analysten hatten mit 2,96 Milliarden Dollar gerechnet. An ihrem Umsatzziel für das Gesamtjahr hielten die Baseler fest. Allerdings machten dem Branchenführer zuletzt ungünstige Wechselkurse zu schaffen, was sich auf die operative Rendite auswirkt. Bei Anlegern kamen die Zahlen dennoch gut an: Syngenta-Aktien legten um 1,2 Prozent zu.

Die Entwicklung im zweiten Halbjahr sei vor allem vom Geschäft in Brasilien geprägt, erklärte Konzernchef Mike Mack. Dort habe die Saison gerade erst begonnen und sei noch von Niederschlägen abhängig. Brasilien ist für die Agrarchemie-Branche in Lateinamerika der Schlüsselmarkt. Rund lief es für Syngenta dort im Geschäft mit dem neuen Pilzbekämpfungsmittel Elatus, das unter anderem gegen Sojarost eingesetzt wird.

Konzernchef Mack stellte für das vierte Quartal höhere Umsatzsteigerungen in Aussicht. Weiterhin rechnet der Konkurrent von Bayer und Monsanto für das Gesamtjahr 2014 mit einem Umsatzwachstum von rund sechs Prozent für das integrierte Geschäft zu konstanten Wechselkursen.

Allerdings hätten die Währungseffekte das Geschäft im bisherigen Jahresverlauf belastet. Mack erwartet daher für das Gesamtjahr eine niedrigere operative Rendite (Ebitda-Marge) als 2013, als sie 19,7 Prozent erreichte. "Angesichts der schwierigen Marktbedingungen liegt unser Fokus auf der Verbesserung der Profitabilität", sagte der Manager. Erste Ergebnisse des laufenden Sparprogramms seien 2015 zu erwarten. Syngenta will damit die Kosten bis 2018 um eine Milliarde Dollar jährlich drücken.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Die Schweizer konnten die Preise im dritten Quartal um drei Prozent erhöhen. Der Absatz blieb stabil. In Lateinamerika baute Syngenta seine Verkaufserlöse im dritten Quartal um drei Prozent auf 1,27 Milliarden Dollar aus. In Asien stiegen die Umsätze um vier Prozent.

"Die Schwellenländer entwickelten sich trotz des verspäteten Monsuns in Südasien weiterhin gut", erklärte die Konzernspitze. Der Umsatz in Europa erhöhte sich um zwei Prozent, in Nordamerika lag das Plus bei einem Prozent. Gewinnzahlen veröffentlicht der Baseler Konzern nur zum Halbjahr und zum Jahresende.

Analysten kommentierten den Quartalsbericht positiv. Die Zahlen seien eine "positive Überraschung" gewesen, erklärten die Analysten der Baader Bank. Denn der Markt habe die Jahresprognose und das Gelingen der Markteinführung des neuen Pilzbekämpfungsmittels Elatus stark in Zweifel gezogen.

Der US-Konkurrent Monsanto hatte bereits seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt. Dank eines starken Geschäfts mit Mais und Soja verringerte der Konzern seinen Verlust im vierten Quartal seines Geschäftsjahres auf 156 Millionen Dollar nach 249 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Monsanto ist der weltgrößte Hersteller von Saatgut und Genpflanzen. Bayer will seine Zahlen zum dritten Quartal am 30. Oktober veröffentlichen.

Von

rtr

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