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24.07.2013

07:49 Uhr

Agrarchemiekonzern

Wetter verdirbt Syngenta das Geschäft

Die kalten Frühlingsmonate haben dem Schweizer Unternehmen Syngenta die Halbjahresbilanz verhagelt. Der Agrarchemiekonzern muss seine Gewinnerwartung nach unten korrigieren. Nun hofft man auf die zweite Jahreshälfte.

Die Agrarindustrie leidet unter schlechtem Wetter. In diesem Jahr trifft das den Konzern Syngenta besonders hart. Reuters

Die Agrarindustrie leidet unter schlechtem Wetter. In diesem Jahr trifft das den Konzern Syngenta besonders hart.

ZürichDie Wetterkapriolen haben dem Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta im ersten Halbjahr das Geschäft vermiest. Syngenta verdiente unter dem Strich 1,41 Milliarden Dollar - fünf Prozent weniger als vor einem Jahr und weniger als erwartet. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit dem verspäteten Beginn der Anbausaison in der nördlichen Hemisphäre und der ungünstigen Witterung. Analysten hatten im Schnitt 1,46 Milliarden Dollar Reingewinn prognostiziert. Der Umsatz wuchs um zwei Prozent auf 8,39 Milliarden Dollar, teilte Syngenta am Mittwoch mit.

Der Konkurrent von Bayer und Monsanto rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit einem stärkeren Wachstum und sieht sich auf Kurs zu seinen langfristigen Umsatzzielen. Syngenta peilt bis zum Ende des Jahrzehnts für die acht wichtigsten Nutzpflanzen nun einen Umsatz von 25 Milliarden Dollar an. Für 2015 stellte der Konzern eine operative Gewinnmarge (Ebitda) von 22 bis 24 Prozent in Aussicht.

Chemieindustrie in Deutschland

Überraschend guter Jahresschluss

Das Schlussquartal 2012 ist für die deutsche Chemieindustrie überraschend gut ausgefallen. Produktion, Preise wie auch Branchenumsatz haben gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Im Gesamtjahr war die Produktion allerdings rückläufig (-3,1 Prozent), damit verpasste die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zunächst erwarteten Rekordumsatz von 186,6 Milliarden Euro (+1,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg um 2 Prozent auf 437 000.

Optimistischer Ausblick

Der Branchenverband VCI erwartet 2013 ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent auf 190 Milliarden Euro. Die Produktion werde um 1,5 Prozent steigen, die Preise würden um 0,5 Prozent anziehen. Der VCI geht davon aus, dass sich „die Auftriebskräfte weiter durchsetzen“. Vor allem werde eine große Nachfrage außerhalb Europas erwartet, aber auch das Inlandsgeschäft stimme bislang zuversichtlich.

Sorgenvoller Blick nach Brüssel

Mit Sorgen blickt die Chemiebranche nach Brüssel, wo die EU-Kommission die deutschen Strompreisbefreiungen für die Großindustrie unter die Lupe nehmen will. Obwohl nur 60 der über 1600 Chemieunternehmen von den EEG-Entgelten befreit seien, drohten empfindliche Mehrbelastungen und Verzerrungen im internationalen Wettbewerb, warnt der VCI. Die Belastungen der Chemie-Industrie würden von jetzt 800 Millionen Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Derzeit könne man die Entwicklung nur abwarten.

Zukunft Spezialchemie

Die Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland sieht der VCI in einer weiteren forschungsintensiven Spezialisierung. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des VCI wird der Anteil der Spezialchemie bis ins Jahr 2030 von jetzt 43,3 auf 46,6 Prozent der Produktion ansteigen. Dafür sei eine jährliche Aufstockung des Forschungsbudgets um vier Prozent notwendig. Deutschland werde zwar nicht mit dem globalen Chemiewachstum mithalten können, aber weiterhin ein wichtiger Anbieter nach China, USA, Japan und Indien bleiben.

Von

rtr

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