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02.09.2011

20:04 Uhr

Air Berlin

Mehdorn bleibt mindestens eineinhalb Jahre

Hartmut Mehdorn hat angekündigt, eineinhalb Jahre oder auch mehr als Chef von Air Berlin zu arbeiten. Das hat er nach einem Medienbericht den Mitarbeitern erklärt. An der bestehenden Strategie will Mehdorn festhalten.

Mehdorn wird Chef bei Air Berlin - für länger. Reuters

Mehdorn wird Chef bei Air Berlin - für länger.

FrankfurtHartmut Mehdorn will offenbar länger an der Spitze von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin bleiben. „Ich gehe davon aus, dass wir eine geraume Weile zusammenarbeiten werden“, sagte Mehdorn laut Vorabbericht des „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe) in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter des Konzerns. „Das werden nicht nur drei Tage oder drei Monate sein, es werden sicher eineinhalb Jahre oder gegebenenfalls auch mehr“, fügte der ehemalige Bahn -Chef hinzu. Dies hänge jedoch auch vom Erfolg bei der Suche nach einem endgültigen Nachfolger ab.

Air-Berlin-Firmengründer Joachim Hunold, der nach dem Scheitern seines teuren Expansionskurses den Chefsessel räumen musste, hatte Mehdorn Mitte August als vorübergehenden Nachfolger präsentiert. Am Grundkonzept von Air Berlin, sowohl Geschäftsreisende als auch preisbewusste Urlauber bedienen zu wollen, will Mehdorn offenbar festhalten, trotz der roten Zahlen der Fluggesellschaft. Er habe bisher nichts erkennen können, was die Airline vom bisherigen Geschäftsmodell abbringen sollte, sagte Mehdorn in der Video-Botschaft. „Ich glaube, wir sind gut aufgestellt.“

In einem Reuters vorliegenden Schreiben an die Air-Berlin-Mitarbeiter erklärte Mehdorn, überprüft und angepasst werden sollten einzelne Marktsegmente, ebenso wie Flugnetz und Flotte. Stellen sollten aber nur dort abgebaut werden, „wo es unabdingbar notwendig ist und wir keine andere verkraftbare Lösung finden“.

Ein Sprecher der Dienstleistungsgesellschaft Verdi kritisierte, damit sei Mehdorn den 9000 Mitarbeitern des Konzerns konkrete Aussagen schuldig geblieben. „Das ist sehr vage gehalten und verunsichert die Angestellten.“ Diese hätten beim jüngsten Tarifabschluss keine großen Lohnsteigerungen erhalten und somit bereits ihren Beitrag zur Sanierung geleistet. Deshalb dürften weitere Einsparungen nicht auf ihre Kosten gehen.

Air Berlin hatte im August Einschnitte im Streckennetz und eine Verkleinerung ihrer Flotte angekündigt. Noch dieses Jahr sollen 7500 und 2012 sogar doppelt so viele Flüge gestrichen werden. Unrentable Verbindungen wie die von Frankfurt nach Hamburg oder von Stuttgart nach St. Petersburg fallen weg.

Von

rtr

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