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04.12.2014

13:04 Uhr

Airbag-Desaster

Takata legt sich mit US-Aufsicht an

Takata gerät wegen defekter Airbags immer heftiger unter Druck. Nun geht der Zulieferer auf Konfrontationskurs mit den US-Behörden und riskiert eine Strafe in Millionenhöhe. Mazda und Chrysler weiten ihre Rückrufe aus.

Zulieferer Takata riskiert eine saftige Strafe. ap

Zulieferer Takata riskiert eine saftige Strafe.

WashingtonDer japanische Zulieferer Takata riskiert einen Streit um defekte Airbags mit der US-Verkehrsaufsicht NHTSA. Bei einer Anhörung im US-Kongress zeigte Takata-Manager Hiroshi Shimizu am Mittwoch keine Bereitschaft zu einem landesweiten Rückruf von Fahrzeugen, in denen Airbags seiner Firma auf der Fahrerseite verbaut wurden. Diese Forderung stammt von der US-Behörde für Verkehrssicherheit, sie kann eine Strafe von bis zu 35 Millionen Dollar (28 Millionen Euro) verhängen, wenn Takata stur bleibt. Ein Ultimatum der NHTSA war Dienstagnacht ausgelaufen.

Die Airbags können wegen mangelhafter Verarbeitung platzen – dabei kommt es zu einer Explosion, die Teile der Metallverkleidung sprengt. Anwälte gehen von vier Todesopfern in Amerika aus. Mehr als elf Millionen Autos wurden wegen des Defekts bereits in den USA zurückgerufen. Betroffen sind laut NHTSA neben den großen japanischen Autofirmen auch BMW und die US-Unternehmen Chrysler, Ford und General Motors. Die Verkehrsaufsicht warnt seit Wochen in ungewöhnlich deutlichem Ton vor den Airbags.

Doch Takata geht auf Konfrontationskurs. Ein landesweiter Rückruf sei unnötig, sagte Manager Shimizu. „Takata geht weiterhin davon aus, dass die öffentliche Sicherheit am besten gewährleistet ist, wenn die Regionen mit großer Luftfeuchtigkeit Priorität bleiben.“ Bislang beschränkt das Unternehmen die Rückrufe auf Gegenden wie Florida oder Hawaii, weil es die Probleme im Zusammenhang mit dem besonderen Klima dort sieht. Eine Ausweitung auf das ganze Land würde laut Shimizu acht Millionen Rückrufe mit zweifelhaftem Nutzen auslösen.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

NHTSA-Vertreter David Friedman machte vor dem Kongress deutlich, dass seine Behörde Takatas Einwände nicht akzeptiert. „Unsere Richtlinie ist klar - Rückrufe müssen landesweit stattfinden, es sei denn, Hersteller können nachweisen, dass die Schäden regional begrenzt sind.“ Das sei den jüngsten Daten und Ermittlungen zufolge bei Takata nicht der Fall. Mazda – einer der am stärksten von den Airbag-Problemen betroffenen Autobauer – kündigte an, den NHTSA-Forderungen in Eigenregie nachzukommen.

Chrysler beorderte indes weitere gut 149.000 Fahrzeuge wegen der Gefahr defekter Takata-Airbags in die Werkstätten. Betroffen seien Pickup-Trucks der Marke Ram aus dem Modelljahr 2003, teilte das Unternehmen zur Wochenmitte mit. Bislang sei man sich keiner Verletzungen oder Unfälle bewusst. Auch Chrysler stellt in seiner Mitteilung auf die hohen Temperaturen in den vom Rückruf betroffenen Regionen ab und nennt diese als Ursache für potenzielle Mängel.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

04.12.2014, 20:12 Uhr

Und was ist in Deutschland bzw. mit "deutschen" Autos?

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