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12.02.2016

14:57 Uhr

Airbus

A320neo soll planmäßig ausgeliefert werden

Für den A320neo liegen schon 4500 Bestellungen von über 75 Fluggesellschaften vor, so viel wie noch für kein Flugzeug zuvor. Mehrere Kinderkrankheiten bereiten Airbus Sorgen – doch Konzernchef Brégier ist optimistisch.

Insgesamt hat der Lufthansa-Konzern 116 Exemplare der A320neo und der längeren Variante A321neo bestellt. dpa

Airbus A320neo

Insgesamt hat der Lufthansa-Konzern 116 Exemplare der A320neo und der längeren Variante A321neo bestellt.

HamburgDer neue Airbus A320neo soll in diesem Jahr insgesamt planmäßig an die Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Kleinere Verzögerungen durch Probleme mit den Triebwerken würden wieder aufgeholt, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier bei der offiziellen Übergabe des ersten A320neo an die Lufthansa am Freitag in Hamburg. Er sei wegen der Kinderkrankheiten des neuen Flugzeugs nicht innerlich besorgt. Airbus will in diesem Jahr insgesamt 650 Flugzeuge aller Modelle ausliefern und die Produktionsrate für die A320-Familie zum Beginn des nächsten Jahres auf 50 Maschinen pro Monat steigern.

Das Flugzeug war bereits am 20. Januar weitgehend formlos übergeben worden und ist seitdem in Deutschland zwischen Frankfurt, Hamburg und München im Einsatz. Am Freitag wurde die offizielle Zeremonie mit rund 700 Gästen nachgeholt. Die Triebwerke von Pratt & Whitney sowie die nach oben gebogenen Flügelenden (Sharklets) sind die wesentlichen Innovationen gegenüber dem Vorgängermodell, dem erfolgreichen A320. Für den A320neo liegen bereits 4500 Bestellungen von mehr als 75 Fluggesellschaften vor, so viel wie noch für kein Flugzeug zuvor.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, der Einsatz des neuen Flugzeugs sei unter den üblichen Einschränkungen bei neuen Maschinen erfolgreich verlaufen. Die Flugzeuge brauchten in der Einführungsphase etwas längere Abfertigungszeiten. Vier Flüge seien abgesagt worden. Die Lufthansa fährt gegenwärtig ein umfangreiches Investitions- und Erneuerungsprogramm und hat insgesamt 116 Maschinen aus der Neo-Familie bestellt. Davon gehen jeweils ein Drittel an Lufthansa, Eurowings und Swiss, sagte Spohr.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Die Verzögerungen mit den neuen Triebwerken seien auf Software-Probleme zurückzuführen, nicht auf die Hardware, sagte der Chef von Pratt & Whitney, Robert Leduc. Diese Probleme seien im wesentlichen bis April behoben. Es gibt Kritik an den neuen Triebwerken, die zur Kühlung aktuell noch Extra-Laufzeiten brauchen.

Insgesamt 12.400 Maschinen der A320-Familie für kurze und mittlere Strecken wurden bestellt, davon sind 6800 ausgeliefert. Der Marktanteil in dem Segment der zivilen Flugzeuge mit einem Gang in der Mitte liegt bei rund 60 Prozent. Vor wenigen Tage absolvierte auch der A321neo, die etwas längere Variante, ihren Erstflug.

Der neue A320neo soll Einsparungen beim Treibstoff von rund 15 Prozent ermöglichen. Im praktischen Betrieb sei dieser Wert erreicht und leicht übertroffen worden, sagte Spohr. Durch eine optimierte Bestuhlung und geringere Wartungskosten verbessert sich die Wirtschaftlichkeit sogar um 20 Prozent. Der Lärm soll sich um rund die Hälfte reduzieren, die Einsparungen von CO2 sollen bei 5000 Tonnen pro Jahr liegen.

Von

dpa

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