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10.05.2015

15:50 Uhr

Airbus-Absturz in Spanien

Flugschreiber geborgen, weitere Tests abgesagt

Ein Versprechen an Militärs in aller Welt sollte die A400M sein. Die Ankündigungen von Airbus ließen einen technischen Quantensprung erwarten. Es folgte große Ernüchterung. Und Test-Stopps nach dem Unglück in Spanien.

Militärtransport-Flugzeug: Nach Kontakt mit einer Hochspannungsleitung und dem Absturz sind vom Airbus A400M nur noch rauchende Trümmer übrig. Reuters

An der Absturzstelle auf einem Acker nahe Sevilla

Militärtransport-Flugzeug: Nach Kontakt mit einer Hochspannungsleitung und dem Absturz sind vom Airbus A400M nur noch rauchende Trümmer übrig.

SevillaMilliarden Euro Mehrkosten, ellenlange Mängellisten und jetzt auch noch ein Absturz mit vier Toten: Der Militär-Transportflieger A400M, einst ein Hoffnungsträger europäischer Streitkräfte, ist längst zum Pechvogel geworden. Auch wenn am Tag nach dem Unglück in Spanien noch unklar war, ob ein technisches Problem oder ein Pilotenfehler eine Rolle gespielt hatte - oder beides.

Weder die Steuerzahler noch der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus haben viel Freude an dem Flugzeug, dessen Fähigkeiten auf dem Papier glänzend aussehen, aber in der Realität bislang kaum zum Zuge kommen. Der verunglückte Testflug in Südspanien könnte den Ruf des Flugzeugs noch weiter ramponieren.

Die A400M ist eines der bedeutendsten Rüstungsprojekte in Europa - und dringend benötigter Ersatz für die alten Transall-Maschinen der Bundeswehr. Airbus verspricht den Militärs bei der A400M nicht weniger als einen technischen Quantensprung. Lasten von bis zu 37 Tonnen kann der Flieger transportieren, weit mehr als andere Modelle.

Gepanzerte Fahrzeuge, Hubschrauber oder schweres Räumgerät soll er zum Einsatzort bringen, selbst bei voller Beladung soll er noch über 3000 Kilometer weit kommen. Die Maschine kann sogar auf dem Rücken fliegen, und für Start und Landung soll ihr eine kurze Graspiste von 1000 Metern genügen.

Doch die ehrgeizigen Pläne brachten jahrelange Verzögerungen - und ein Milliardendesaster. Es hakte an allen Enden: den Triebwerken, der Elektronik, an der Stabilität des Rumpfs. Vor fünf Jahren, kurz nach dem Erstflug, brachten Mehrkosten von fünf Milliarden Euro das Projekt fast zum Platzen.

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Am Ende teilten sich Airbus und die sieben Erstbesteller den Mehraufwand, die Zahl der bestellten Flugzeuge wurde reduziert. „So einen Vertrag wie beim A400M unterschreiben wir nie wieder“, schimpfte Airbus-Chef Thomas Enders im Magazin „Cicero“. Größter Abnehmer des Flugzeugs sind Deutschland und Frankreich, auch Großbritannien, Spanien, Luxemburg, Belgien und die Türkei gehören dazu. Außer ihnen hat bisher nur Malaysia vier Maschinen geordert.

Das Unglück mit vier Toten war der erste Crash einer A400M. Das abgestürzte Exemplar sollte das dritte für die Türkei sein. Nach den Daten von flightradar24.com flog das Flugzeug kurz nach dem Start eine scharfe Linkskurve.

Spanischen Medien zufolge kollidierte es wenig später mit einer Hochspannungsleitung - offenbar beim Versuch einer Notlandung. Von der Maschine sind nur noch verkohlte Trümmer übrig.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

11.05.2015, 10:09 Uhr

Sp sind unsere Manager, Experten und Spezialisten heute. Unfähig bzw. unwillig die versprechen zu erfüllen. Sie können außer Murks nichts liefern. Wo sind die Terminversprechen, Wo sind die wirklichen Kosten, wo ist die Qualität? Außer Versagen, vorsätzlich?, absichtlich? haben sie nichts voor zu weisen, außer wir liefern in 100 Jahren vielleicht und dafür wollen wir aber jeden tag 1 Milliarden mehr haben, vom Steuerzahler. Unfähigkeit wollen wir bezahlt haben. Was geschähe: Man kauft ein Brötchen beim Bäcker und erhält die Auskunft: Wir liefern in 5 Jahren aber zum 10000fachen Preis. Würden die Kunden, wie unsere Poiltiker, freudig zu stimmen?

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