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12.05.2015

18:45 Uhr

Airbus, Dassault und Alenia Aermacchi

Euro-Drohne hat noch viele Hürden zu überwinden

Die Rüstungsfirmen Airbus, Dassault und Alenia Aermacchi wollen eine europäische Drohne bauen. Deutschland, Frankreich und Italien zögern noch. Eine auf zwei Jahre angelegte Studie soll als Entscheidungsgrundlage dienen.

BerlinDeutschland, Frankreich und Italien wollen nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Montag den ersten konkreten Schritt zur Entwicklung einer europäischen Drohne unternehmen. Die drei Länder wollten am Rande des Verteidigungsministertreffens in Brüssel eine Absichtserklärung für eine Definitionsstudie unterzeichnen, hieß es am Dienstag nach einer Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses im Bundestag.

Die Studie sei auf zwei Jahre angelegt und als Entscheidungsgrundlage gedacht. Sie solle klären, welche technischen Anforderungen an das unbemannte Fluggerät gestellt würden und wie sich seine Entwicklung auch mit Blick auf Zulassungsfragen realisieren lasse. Die Grundlage bilde ein Angebot der Firmen Airbus, Dassault und Alenia Aermacchi.

Drohnen

Ohne Pilot

Drohnen sind Fluggeräte ohne Pilot. Die kleinsten sind nur Zentimeter groß. Militärisch genutzte Drohnen können auch die Ausmaße kleinerer Flugzeuge erreichen. Die meisten fliegen wie Hubschrauber mit Propellern. Bis zu acht Rotoren werden von einem Akku und Elektromotoren angetrieben. Im Handel gibt es Drohnen für Hobbybastler und Flugfans schon für einige hundert Euro zu kaufen.

Die Steuerung

Gesteuert werden die Flugobjekte über Funk vom Boden aus. Das kann im Hobbybereich über Sichtkontakt gehen. Oder auch von Leitstellen, die sich am anderen Ende der Welt befinden und die computergesteuert fliegende Drohne nur noch überwachen.

Zivile Einsatzbereiche

Der zivile Einsatzbereich der Mini-Helikopter ist groß, vom Naturschutz über Verkehrslenkung oder Forschung bis zur Unterstützung von Polizei und Feuerwehr. Einsätze müssen unter bestimmten Bedingungen von Luftaufsichtsbehörden genehmigt werden.

Militärische Einsatzbereiche

Die US-Aufklärungsdrohne „Global Hawk“ gilt als eines der größten unbemannten Flugzeug der Welt. Mit einer Länge von 14,5 Metern und einer Spannweite von 40 Metern hat sie fast die Ausmaße eines Passagierflugzeugs. Sie kann bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben und 18 Kilometer hoch fliegen. Andere militärische Drohnen feuern auch Raketen ab.

Auf Basis der Studie solle dann die Entscheidung über Entwicklung und Bau der Drohne fallen, hieß es. Ihre Entwicklung würde voraussichtlich etwa sieben Jahre dauern, die ersten Drohnen könnten 2025 ausgeliefert werden. Später solle das Projekt auch anderen Interessenten wie Spanien und Polen offenstehen.

Europa steigt damit in die Entwicklung größerer Drohnen ein, nachdem es in der Vergangenheit hier von den USA und Israel abhängig war. Die europäische Drohne soll nicht nur zu Aufklärungszwecken eingesetzt werden, sondern auch Waffen tragen können.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Friedrich Kunz

12.05.2015, 19:36 Uhr

Bekanntermaßen muß das dann wieder eine eierlegende Wollmilchsau werden. Siehe Eurofighter, A400M, G36, usw. Die veranschlagten Kosten für Entwicklung und Produktion werden letztendlich um ein Vielfaches überzogen. Und ist, das Kind endlich geboren, ist die Technik schon veraltet. Schade um das viele Geld!

Herr Edmund Stoiber

12.05.2015, 19:45 Uhr

"Made in Germany" und deutsche Hochtechnologie, hat der US-Imperialist vortrefflich unterwandert. Alles das, was etwas taugt, wird durch die installierte Gutmenschen-Politiker im Vorfeld faktisch demontiert und die deutschen Forscher Kapazitäten ins (USA) Ausland vergrämt.

Was uns verbleibt, sind Flug-"Neuentwicklungen", die doch tatsächlich im deutschen Flugraum nicht verwendet werden dürfen!

Prost, deutsche Spitzentechnologie!

Herr Tom Schmidt

18.05.2015, 15:15 Uhr

Und wenn das hier nicht eine reine Feigenblattveranstaltung sein soll, dann sollen die Länder die Studie am Besten über die European Defence Agency ausschreiben! Meinetwegen auch nur die beteiligten Länder in einem offenen Prozess. Alles andere wieder reine Korruption! Es gibt europäische Richtlinien, die nur angewendet werden, wenn man den deutschen Mittelständlern damit schaden kann. Die dicken Fische gehen aber an die Konzerne mit den Parteispenden!!!

Bitte liebe Wirtschaftspresse ... fordert die EU, damit es nach europäischem Recht eine Ausschreibung gibt!

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