Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.02.2012

13:24 Uhr

Airbus

EASA bestätigt mangelhafte A380-Nieten

Sechs Nieten an Bord eines Airbus A380 sind für die europäische Luftsicherheitsbehörde EASA eine potentielle Gefahr. Nun will sie Fluggesellschaften anweisen, die fehlerhaften Alu-Teile durch Titan-Pendants zu ersetzen.

Airbus-Mitarbeiter schauen sich die Spitze des A380 an. Reuters

Airbus-Mitarbeiter schauen sich die Spitze des A380 an.

Paris/KölnNach den Flügeln rückt nun die Flugzeugspitze des Riesen-Airbus A380 ins Visier der europäischen Luftsicherheitsbehörde. Am EASA-Sitz in Köln wird derzeit eine Sicherheitsanweisung an die Fluggesellschaften vorbereitet, die das Auswechseln von sechs Aluminiumnieten an einem Holm an den Flugzeugspitzen vorschreiben wird. Sie sollten gegen hochfeste Verbindungselemente aus Titan ersetzt werden, bestätigte EASA-Sprecher Jeremie Teahan. Bei der derzeitigen Konstruktion könnte sich in einer Extremsituationen die Rumpfspitze des Flugzeugs lösen. Als konkreten Fall nennt die EASA einen rapiden Druckabfall.

Airbus hatte das Problem nach eigenen Angaben bereits im vergangenen Jahr selbst entdeckt und die Fluggesellschaften bereits im Oktober 2011 darüber informiert. Es gebe keinerlei akute Sicherheitsgefahr und der Austausch der sechs Nieten sei innerhalb von dreieinhalb Stunden erledigt, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Die EASA warnte ebenfalls vor Panikmache. „Das ist keine große Sache“, sagte Teahan. Von derartigen Direktiven würden Hunderte im Jahr veröffentlicht. Allein im vergangenen Jahr seien es 311 gewesen. „Die Anweisungen sind Teil eines ständigen Verbesserungsprozesses im Luftverkehr“, hieß es von Airbus. Betroffen seien alle Flugzeugtypen und sogar seit Jahrzehnten fliegende Maschinen.

In dem Entwurf für die sogenannte Lufttüchtigkeitsanweisung wird eine achtmonatige Frist vorgeschlagen, um das Problem zu beheben. Hersteller und Fluggesellschaften haben noch bis zum 14. März Zeit, das Papier zu kommentieren. Die „Financial Times Deutschland“ (Freitag) hatte als erstes über die Anweisung berichtet.

Der Airbus A380 war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil die EASA wegen Rissen in Flügelteilen eine Überprüfung aller Maschinen anordnete. Airbus hat einen Fehler im Herstellungsprozess eingeräumt, betont aber, dass die A380-Flugzeuge dennoch vollkommen sicher seien. Der Nietenaustausch steht nach Unternehmensangaben in keinerlei Verbindung mit dem Flügelproblem.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Pro-D

17.02.2012, 13:43 Uhr

Kurzum inzwischen muss ich schon sagen, dass man den gekauften Medien besser nie trauen sollte. Was wirklich passiert, erfährt man NIE in dem, was ein Journalist schreibt.

# Leserbeiträge sind hin und wieder sehr hilfreich
# Verschwöhrungstheorien, auch wenn 98% Mist ist. Aber man hat ja selbst einen Kopf

Früher dachte ich nur immer, dass Politiker der Abschaum der Menschheit ist, inzwischen weiß ich, dass Bankster und besonders Journalisten noch schlimmer als Abschaum sind.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×