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08.04.2016

17:59 Uhr

Airbus-Exportgeschäfte

Bundesregierung gibt keine neuen Kreditgarantien

Airbus werden Unregelmäßigkeiten bei der Kredit-Beantragung im Exportgeschäft vorgeworfen. Vorläufig bekommt der Flugzeugbauer daher keine staatlichen Kreditgarantien der Bundesregierung mehr.

Airbus selbst hatte von Unregelmäßigkeiten bei der Kredit-Beantragung bei „gewissen Geschäften“ gesprochen. dpa

Flugzeugbauer Airbus

Airbus selbst hatte von Unregelmäßigkeiten bei der Kredit-Beantragung bei „gewissen Geschäften“ gesprochen.

Berlin/ParisAls Folge von Unregelmäßigkeiten bei der Beantragung britischer Exportkredite gewährt die deutsche Bundesregierung dem Flugzeugbauer Airbus momentan keine neuen Kreditbürgschaften. „Vorläufig können keine neuen Airbus-Garantien übernommen werden“, sagte am Freitag ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Bereits bewilligte staatliche Kreditabsicherungen würden überprüft. Deutschland ist an dem Flugzeughersteller beteiligt. Informiert wurde das deutsche Wirtschaftsministerium über die beanstandeten Vorgänge bereits am 1. April.

Es geht dabei um Finanzierungen von Airbus-Exportgeschäften mit Kunden, die auf den normalen Markt-Wegen kaum möglich oder sehr teuer wären. In solchen Fällen hilft bislang auf britischer Seite der staatliche Exportversicherer UKEF.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Diesen Weg hat die britische Seite vor kurzem aber erst einmal verschlossen und neue Anträge auf Eis gelegt. Als Grund nennt sie, dass bei Airbus-Geschäften Berater und Vermittler in anderen Ländern eingeschaltet worden waren, ohne dass diese in den Anträgen erwähnt wurden.

Airbus selbst hatte von Unregelmäßigkeiten bei der Kredit-Beantragung bei „gewissen Geschäften“ gesprochen. Die UKEF hat das Betrugsdezernat SFO eingeschaltet. An dem liegt es nach Angaben des Exportversicherers nun, ob weiteres Handeln erforderlich ist.

Von

rtr

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