Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2015

20:40 Uhr

Airbus

Flugzeughersteller will bei A320-Zulieferern sparen

Airbus will mehreren Insidern zufolge seine Kosten für A320-Bauteile bis 2019 um zehn Prozent drücken. Gespart werden soll bei Vertrieb und Entwicklung, Zulieferer werden zu Preisnachlässen gedrängt.

Der Airbus-Verkaufsschlager A320 soll in der Produktion günstiger werden. dpa

Airbus will sparen

Der Airbus-Verkaufsschlager A320 soll in der Produktion günstiger werden.

ParisMit einer boomenden Nachfrage im Rücken will Airbus Insidern zufolge bei seinen Zulieferern kräftige Einsparungen durchsetzen. Bis 2019 sollen die Kosten für Bauteile des Kurz- und Mittelstreckenfliegers A320 um mindestens zehn Prozent gedrückt werden, wie drei mit den Plänen vertraute Personen sagten.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern dränge die Zulieferer für sein meistverkauftes Flugzeug zu entsprechenden Preisnachlässen. Einsparungen seien auch bei Vertrieb und Entwicklung vorgesehen. Einen ähnlichen Druck übte kürzlich auch der US-Rivale Boeing auf seine Zulieferer aus.

Airbus habe den Zulieferern mitgeteilt, dass der Konzern mit Blick auf die Lieferkette alle Optionen unter die Lupe nehmen werde. So könne man sich vorstellen, künftig wichtige Teile von zwei Herstellern produzieren zu lassen. Damit könnten zum einen die Kosten gedrückt und zum anderen Lieferengpässe vermieden werden. Zudem soll den Fluggesellschaften künftig bei den Bestellungen eine geringere Auswahl an Sonderwünschen angeboten werden.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Auch sollen Produktion und Entwicklung künftig enger verwoben werden, um zu verhindern, dass die Fertigungskosten aus dem Ruder laufen. Die Pläne seien Teil des Sparprogramms SCOPe+, das vom Konzern zwar bereits bestätigt wurde, aber ohne Einzelheiten zu nennen. Zu den neuen Informationen äußerte sich das Unternehmen nicht.

Hintergrund der Pläne von Airbus und Boeing ist die kräftige Flugzeug-Nachfrage. Sie wird angetrieben vom wachsenden Luftverkehr in Asien und dem Wunsch der Fluggesellschaften nach sparsameren Maschinen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×