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26.02.2014

12:06 Uhr

Airbus-Jahreszahlen

Die Gewinnmaschine

VonTobias Döring

Airbus legt einen Gewinnsprung um mehr als 20 Prozent hin. Das boomende Flugzeug-Geschäft gibt Vorstandschef Tom Enders Rückenwind für den Konzernumbau. Und ein Ende der Zuwächse ist nicht in Sicht.

Der Mittelstrecken-Jet A320 hebt ab: „Airbus hat ein super Jahr hingelegt – zumindest im Zivilflugzeug-Bereich“. dpa

Der Mittelstrecken-Jet A320 hebt ab: „Airbus hat ein super Jahr hingelegt – zumindest im Zivilflugzeug-Bereich“.

Düsseldorf/ToulouseDie Auftragsbücher sind zum Bersten voll und an den Werkbänken kommen sie ins Schwitzen: Im vergangenen Jahr lieferte Airbus so viele Flugzeuge wie nie zuvor aus. So ist es auch kein Wunder, dass im spanischen Cádiz jetzt sogar ein Roboter am Riesenflieger A380 mitschraubt. Das zweiarmige Hightech-Gerät nietet zusammen mit Mitarbeitern aus Fleisch und Blut Teile für das Großraumflugzeug zusammen. Damit werden hochqualifizierte Beschäftigte entlastet.

Die Automatisierung bei Airbus schreitet voran – und auch die Gewinne des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns scheinen wie automatisiert zu wachsen. Für das letzte Geschäftsjahr von EADS -jetzt Airbus Group - konnte Vorstandschef Tom Enders am Mittwoch ebenfalls Rekorde vermelden.

Das sind die besten Airbus-Kunden

Platz 10 – Emirates

Die Bestellung von Emirates ließ zum Ende des Jahres das Herz der Airbus-Verantwortlichen schneller schlagen. Denn die Araber orderten 50 Stück des Riesenfliegers A380, der im ganzen Jahr noch nicht verkauft worden war.

Rangliste nach Anzahl der bestellten Maschinen 2013, Quelle: Airbus

Platz 9 – Viva-Aerobus

Bei der mexikanischen Billig-Airline hat Airbus Konkurrent Boeing ausgestochen. Das Unternehmen will bis 2016 ihre komplette Boeing-Flotte gegen europäische Jets austauschen. Im Oktober bestellte Viva-Aerobus daher 40 Stück des A320neo und ein Dutzend herkömmliche A320 bei Airbus.

Platz 8 – Vueling

Der Billigflieger bereitet der British Airways- und Iberia-Mutter IAG viel Freude. Das Geschäft läuft gut, darauf lassen nicht zuletzt die Bestellungen schließen. 62 Mittelstreckenflieger A320 orderte IAG für Vueling, die sich ungefähr zur Hälfte auf Jets der herkömmlichen und der neuen Neo-Bauart aufteilen.

Platz 7 – ILFC

Das Flugzeug-Leasing-Unternehmen ILFC findet sich ebenfalls in der Top Ten der besten Airbus-Kunden. Die US-Gesellschaft aus Kalifornien bestellte bei den Europäern im Jahr 2013 50 Stück des Mittelstreckenjets A320neo und 15 A321.

Platz 5 – Turkish Airlines

Turkish Airlines erteilte den größten Auftrag seiner Geschichte – an Airbus. Insgesamt orderte die Gesellschaft 87 Flugzeuge: 53 Maschinen des A321neo, 25 herkömmliche A321, vier A320neo und fünf A330-300.

Platz 5 – Etihad

Die Golf-Airlines bestellten 2013 was das Zeug hält. Bei Airbus orderte Etihad insgesamt 87 Maschinen. Von den Mittelstreckenjets bestellten die Araber 26 Stück des A321neo und zehn A320neo. Mit 50 Maschinen des neuen A350 XWB will Etihad demnächst die Langstrecke bedienen. Dazu orderte die Fluggesellschaft eine A330-200F.

Platz 4 – Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa teilte die größte Bestellung ihrer Unternehmensgeschichte auf und bestellte Flugzeuge bei Airbus und Boeing. Der europäische Luftfahrtkonzern konnte sich über die Order von 25 Langstreckenjets des Typs A350-900 freuen, die ab 2014 ältere A340-300 ablösen sollen. Zuvor hatte die Lufthansa bereits 100 Mittelstreckenflieger bestellt – 30 herkömmliche A320, 35 A320neo und 35 A321neo.

Platz 3 – American Airlines

Im Dezember 2013 schlossen sich American Airlines und US Airways nach langem hin und her zur neuen American Airlines zusammen. Anfang des Jahres hatte die alte American schon neue Airbus-Maschinen bestellt. 130 Mittelstreckenjets A321 sollen die fusionierte Fluggesellschaft in eine bessere Zukunft fliegen.

Platz 2 – Easyjet

Der Billigflieger rüstet auf: Easyjet orderte bei Airbus 144 Flugzeuge. Ausschließlich der Mittelstreckenjet A320 steht auf der Bestellliste. Mit den Maschinen verschiedener Baureihen will Easyjet Platzhirsch Ryanair weiterhin Druck machen.

Platz 1 – Lion Air

Mit der indonesischen Fluggesellschaft konnte Airbus im Jahr 2013 einen neuen Kunden hinzugewinnen. Und Lion Air schlug gleich richtig kräftig zu. Dir Airline bestellte insgesamt 234 Maschinen: 60 Stück des herkömmlichen Airbus A320, 109 A320neo und 65 Maschinen des A321neo. Lion Air wurde erst im Jahr 2000 gegründet und bedient insbesondere Ziele innerhalb der Insel-Nation Indonesien.

Unter dem Strich steht ein Gewinn von 1,47 Milliarden Euro. Airbus verdiente damit 22 Prozent mehr als im Vorjahr – trotz Einmalaufwendungen zum Beispiel für den Konzernumbau. Das war aber weniger als von Bloomberg befragte Analysten erwartet hatte. Auch die um ein Viertel auf 75 Cent erhöhte Dividende fällt geringer aus als erwartet. Am Aktienmarkt wurde die Nachricht daher zunächst unentschieden aufgenommen. Die Papiere gaben zunächst nach, notierten am Mittag aber fast unverändert.

Denn bei anderen Werten übertraf das Airbus die Prognosen: Der operative Gewinn ohne die einmaligen Belastungen zum Beispiel stieg ebenfalls um mehr als ein Fünftel auf 3,6 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent des Zuwachses gingen dabei auf das Konto der Zivilflugzeug-Sparte. „Airbus hat ein super Jahr hingelegt – zumindest im Zivilflugzeug-Bereich“, sagte Analyst Wolfgang Donie von der NordLB zu Handelsblatt Online.

Und so begann Airbus-Chef Enders seine Präsentation am Mittwoch in Toulouse auch nicht mit den Jahreszahlen für 2013, sondern mit seinen Lieblingsprojekten: dem Airbus A350 XWB und dem A320. Denn die beiden Flugzeuge sind die wichtigsten Produkte des Konzerns. Der Mittelstreckenjet ist das „Brot und Butter“-Geschäft von Airbus, die Fluggesellschaften geben eine Großbestellung nach der anderen auf. Zuletzt orderte die junge vietnamesische Fluggesellschaft Viet-Jet auf der Luftfahrtmesse in Singapur 63 der Jets – zum Listenpreis von 4,6 Milliarden Euro. Airbus gab am Mittwoch bekannt, die Produktion ab 2016 hochzufahren.

Der A350 XWB dagegen ist die Zukunft: Der erste der neuen Langstreckenflieger soll Ende des Jahres an Qatar Airways ausgeliefert werden. Mit dem Modell tritt Airbus gegen Boeings Kassenschlager 777 und den 787 „Dreamliner“ an. Doch die Entwicklung kostet – und ist weiterhin voller Risiken. „Das A350-XWB-Programm birgt weiterhin Herausforderungen“, heißt es im Airbus-Ausblick für 2014. „Jede Änderung des Zeitplans und der Kostenannahmen könnte zunehmend höhere Rückstellungen zur Folge haben.“ Man sei aber nach wie vor auf dem Weg, sagte Enders in der französischen Konzernzentrale.

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