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29.07.2011

09:09 Uhr

Airbus-Mutter

EADS rechnet mit mehr als 1000 Flugzeug-Aufträgen

Der Airbus-Mutterkonzern sammelt einen Großauftrag nach dem anderen ein, aber das hilft dem Unternehmen heute noch nicht: Der Gewinn im ersten Halbjahr fällt nur gering aus.

EADS-Chef Louis Gallois hinter dem Modell einer Airbus-Maschine. Quelle: dapd

EADS-Chef Louis Gallois hinter dem Modell einer Airbus-Maschine.

ParisDer europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS kann sich über prallvolle Auftragsbücher freuen, muss aber dennoch einen Gewinnrückgang hinnehmen. Vor allem der schwache Dollar belastete im ersten Halbjahr das Ergebnis, wie der Airbus-Mutterkonzern am Freitag in Paris mitteilte. Unter dem Strich stand ein
Überschuss von 109 Millionen Euro, 41 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und deutlich weniger, als Analysten erwartet hatten. Der Kurs der Aktie gab zum Handelsbeginn mehr als zwei Prozent nach.

Der operative Gewinn (Ebit) lag dagegen mit 563 Millionen Euro über dem Vorjahreswert und über den Erwartungen. An seiner Prognose für das Gesamtjahr hält das Management fest. Demnach erwartet es weiterhin ein stabiles Ebit vor Einmalposten im Vergleich zum Vorjahr.

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Der Umsatz kletterte dank des starken Geschäfts in der zivilen Sparten um acht Prozent auf 21,9 Milliarden Euro, die Militärsparte musste dagegen einen Umsatzrückgang hinnehmen. Getrieben vom Erfolg des neuen Airbus-Kassenschlagers A320neo, sprang der Auftragseingang sogar um 89 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand bei Airbus nun mehr als 1.000 Brutto-Bestellungen. Zuvor hatte die Messlatte nur gut halb so hoch gelegen.

Zieht man Stornierungen ab, stehen immerhin 640 Neuaufträge auf dem Zettel - das sind deutlich mehr Flugzeuge, als Airbus in einem Jahr liefern kann. In diesem Jahr sollen weiterhin 520 bis 530 Flugzeuge die Werkshallen verlassen. Um die Bestellungen überhaupt bewältigen zu können, baut Airbus seine Produktionskapazität derzeit deutlich aus.

Im Rüstungsgeschäft litt EADS weiter unter den Kürzungen in den europäischen Rüstungsetats. Der Umsatz der Sparte Cassidian, die unter anderem den Kampfjet Eurofighter baut, ging um zwei Prozent zurück. Das Ebit fiel gar um knapp ein Fünftel. Besser lief es für den Hubschrauber-Hersteller Eurocopter, der seinen Gewinn weit stärker steigern konnte als den Umsatz. Die Raumfahrttochter Astrium verdiente trotz höherer Erlöse etwas weniger als ein Jahr zuvor.

Boeing, der große Rivale von Airbus aus den USA, hatte am Mittwoch gute Zahlen präsentiert. Der Konzern steigerte das Nettoergebnis im zweiten Vierteljahr um knapp 20 Prozent auf 941 Millionen Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Wegen des guten Geschäftsverlaufs hob der Hersteller von Verkehrs- und Militärflugzeugen die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr an.

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