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24.09.2013

12:35 Uhr

Airbus-Prognose

Weltweite Flugzeugflotte soll sich verdoppeln

Flugzeugbauer Airbus rechnet mit einem Billionengeschäft. In den kommenden zwanzig Jahren soll der Flugverkehr massiv zunehmen. Insbesondere asiatische Airlines und die Billigflieger sollen expandieren.

Der chinesische Luftfahrtmarkt soll in den kommenden 20 Jahren massiv wachsen. Reuters

Der chinesische Luftfahrtmarkt soll in den kommenden 20 Jahren massiv wachsen.

LondonDer weltweite Flugverkehr wird in den kommenden 20 Jahren massiv zunehmen, prognostiziert der europäische Flugzeugbauer Airbus. 4,4 Billionen Dollar werden die Fluggesellschaften bis 2032 in neue Flugzeuge investieren, sagt Airbus in einer heute vorgestellten Wachstumsprognose voraus. Insgesamt sollen 29.220 Flugzeuge verkauft werden, ein Wachstum von jährlich 4,7 Prozent. Die weltweite aktive Flotte werde so auf 36.560 Flugzeuge anwachsen. Heute sind weltweit gerade einmal 17.740 Passagierflieger unterwegs.

Angetrieben werde das Wachstum vor allem von der steigenden Nachfrage in Indien und China, sowie vom Flottenausbau der Billigflieger. Allein in Indien werde der Flugverkehr im Landesinneren um zehn Prozent zulegen, in China um sieben Prozent. Während heute nur jeder fünfte Einwohner in den Schwellenländern einmal jährlich fliegt, soll der Anteil der Passagiere bis 2032 auf zwei Drittel steigen. Asien, so die Prognose, werde so zum größten Luftfahrtmarkt der Welt aufsteigen und Nordamerika und Europa überholen.

Entsprechend hoch werde die Nachfrage sein. 36 Prozent aller neuen Jets werden künftig in Asien verkauft, so Airbus. Für den Flugzeugbauer hat diese Prognose große strategische Bedeutung. Denn der Verkaufsfokus würde sich deutlich Richtung Osten verschieben. Der bisher wichtige europäische Markt käme nur auf einen Anteil von 20 Prozent, der US-Markt auf 19 Prozent.

Den größten Anteil am Wachstum sollen Mittelstreckenflieger wie die A320 oder die Boeing 737 haben. In Zukunft sollen die Flugzeuge rund 71 Prozent aller Bestellungen ausmachen. Diese Entwicklung ist vor allem dem Wachstum der Billigflieger zu verdanken, deren Anteil am weltweiten Flugverkehr von 17 auf 21 Prozent steigen soll.

Für den Profit bleiben allerdings Mittelstreckenflieger wie die A350 oder die Boeing 787 von entscheidender Bedeutung. Obwohl ihr Anteil an den Auslieferungen nur 23 Prozent beträgt, sollen sie wie die Mittelstreckenflieger einen Gesamtprofit von 1,8 Billionen Dollar einspielen. Daher ist es für Airbus wichtig, mit der neuen A350 in dieser Kategorie den Druck auf Konkurrent Boeing und dessen Dreamliner zu erhöhen.

Unterschiedlich fallen die Prognosen der großen Flugzeugbauer bei den Riesenfliegern aus. Während Boeing den Markt für den A380 und die 747-8 auf gerade einmal 760 Flugzeuge beziffert, rechnet Airbus mit einem Markt für 1.334 Flugzeuge im Wert von 519 Milliarden Dollar.
Die Prognose hat vor allem strategische Bedeutung: Vergangenes Jahr hatte Airbus den Titel als größter Flugzeugbauer der Welt erstmals seit 2003 wieder an den US-Konkurrenten Boeing abtreten müssen.

Die größten Bestellungen der A350 (Stand: Ende Mai 2013)

Hongkong Airlines

Hongkong Airlines und die amerikanische Cit-Leasing bestellten jeweils 15 der mittellangen Airbus-Maschinen des Typs A350-900. Die teuerste Variante des Jets steht mit rund 250 Millionen Euro in der Preisliste.

ILFC

Die ILFC aus Los Angeles bestellte sechs Exemplare des Kurzmodells A350-800 und 14 weitere Flugzeuge vom Typ A350-900.

US-Airways

US-Airways und die russische Aeroflot bestellten jeweils 18 Modelle des Typs A350-800 und vier Exemplare der etwas längeren A350-900.

United Airlines

United Airlines aus Chicago bestellten zunächst 25 Modelle der mittellangen A350-900, ebenso viele Flugzeuge, allerdings darunter auch fünf Exemplare der Langversion A350-1000 bestellte die Air Lease Corporation aus Los Angeles.

TAM Airlines

Die sechstgrößte Bestellung reichte mit einer Order über insgesamt 27 Modelle der Airbusmaschine A350-900 die Linie TAM aus Brasiliens einwohnerreichsten Stadt Sao Paulo ein.

Asiana Airlines

Insgesamt 30 Flugzeuge wollen sie bei Asiana Airlines in Seoul: Acht Kurzmodelle, also die A350-800, zwölf A350-900-Maschinen und zehn Langversionen vom Typ A350-1000.

Cathay Pacific

Rang vier in der Liste der größten Orders belegen Cathay Pacific. Die Airline aus der chinesischen Provinz Guangdon will 20 der A350-900-Modelle und 26 der Langversionen A350-1000.

Singapore Airlines

Auch Singapore Airlines geht in die Vollen: Die Fluggesellschaft bestellte 40 Modelle der A350-900 – mit der Option, die Order in A350-1000 umzuwandeln.

Emirates

Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai handelt, wie man es von Akteuren aus dem arabischen Emiraten gewohnt ist: In großen Dimensionen. Sie bestellt 50 Modelle der mittellangen Version A350-900 und zusätzlich 20 weitere Flugzeuge vom Typ A350-1000.

Qatar Airways

Unangefochtene Nummer eins bei den Orders ist Qatar Airways. Für 43 Modelle der A350-900 und 37 Modelle der Langversion A350-1000 haben die Funktionäre des im katarischen Doha sitzenden Unternehmens Bestellungen aufgegeben. Nach Listenpreisen würde Qatar 5,6 Milliarden Euro für die Maschinen zahlen.

Kommentare (7)

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Profitgeile-dumme-Menschheit

24.09.2013, 13:10 Uhr

Wie sieht es dann mit der Umwelt aus?
Habt ihr einen zweiten bewohnbaren Planeten wie die Erde in petto???
Geld kann man nicht essen, auch gibt es dafür keine neue Ozonschicht zu kaufen, welche das Leben in jetziger Form erst möglich macht. Ohne Ozonschicht würde hier unten alles den Strahlungstod sterben. Die Verbrennung von Kerosin erzeugt Kohlendioxid (CO2), Wasserdampf (H20), Stickoxid (Nox), Kohlenwasserstoff (CxHy) und Ruß. Neue, bisher unveröffentlichte Untersuchungen im Auftrag der EU-Kommission belegen, dass Fliegen das Klima etwa doppelt so stark belastet wie lange angenommen. Neben Treibhausgasemissionen wurden weitere klimaschädliche Effekte wie Kondensstreifen und künstliche Wolkenbildung berücksichtigt. Der Anteil des Flugverkehrs am globalen Treibhauseffekt beträgt demnach mittlerweile fast 9 Prozent. Dietrich Brockhagen, Germanwatch: „Die neuen Ergebnisse sind bestürzend. Der Flugverkehr verändert die Bewölkung und greift damit direkt in das lokale Klima ein. Den Schaden, den ein durchschnittlicher Autofahrer in fünf Jahren verursacht, schafft ein Flugzeugpassagier auf der Reise von Frankfurt nach Los Angeles und zurück.“

Prophet

24.09.2013, 13:25 Uhr

Ich glaube bei den Herrschaften ist noch nicht angekommen, dass sich das Bewusstsein in der Bevölkerung glücklicherweise geändert hat. Niemand steigt mehr so unkritisch in ein Flugzeug und vergiftet auf Jahre hinaus die Atemluft seiner Kinder und Enkel. Fliegen ist out!
Zudem ist das Wachstum ohne hin endlich am Ende. Die Menschen sehen den Sinn nicht mehr im Konsum und dem Wunsch nach immer mehr. Es sind andere Dinge ins Blickfeld gekommen, die das Leben lebenswert machen. Und das ganz ohne Umweltzerstörung. Tja, schade für die ewig gestrigen Wachstumsgläubigen.

Gast

24.09.2013, 13:59 Uhr

"Weltweite Flugzeugflotte soll sich verdoppeln"
Die Einnahmen bei den Airlines werden sich dann wohl halbieren. Der Prozess ist schon im vollen Gange.Stellt sich nur die Frage wer mit der Einnahmesituation noch Flugzeuge kaufen kann.

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