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06.01.2014

23:39 Uhr

Airbus-Rivale

Boeing bricht den Nachfragerekord

Wende im Wettbewerb zwischen Airbus und Boeing: Der US-Flugzeughersteller zieht wieder am europäischen Konkurrenten Airbus vorbei. Der neue weltgrößte Flugzeugbauer Boeing könnte den Titel für lange Zeit behalten.

Das Duell der Luftfahrt-Giganten

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SeattleBoeing könnte seinen europäischen Erzrivalen Airbus im vergangenen Jahr überflügelt haben. Angesichts der hohen Nachfrage nach spritsparenden Jets lieferte der US-Hersteller 648 Verkehrsmaschinen aus und damit mehr als jemals zuvor. Airbus rechnete seinerseits zuletzt mit 620 Auslieferungen, hat aber noch keine endgültigen Zahlen vorgelegt.

Boeing gab die Rekordzahl am Montag in Seattle bekannt. Der Konzern hatte im Jahr zuvor 601 Maschinen an seine Kunden übergeben. Boeing steigerte seine Produktion kontinuierlich. Nicht einmal die Probleme beim 787 „Dreamliner“ konnten die Amerikaner letztlich bremsen. Von dem hochmodernen Langstrecken-Flieger lieferte Boeing trotz aller Technikpannen 65 Stück aus.

Verkaufsschlager der Amerikaner sind und bleiben aber die Kurz- und Mittelstreckenjets der 737-Baureihe, die allein 440 Mal die Werkshallen verließen. Das ebenfalls erfolgreiche Konkurrenzmodell von Airbus ist der A320. Dem „Dreamliner“ setzen die Europäer den etwas größeren A350 entgegen, der allerdings erst ab diesem Jahr an die Kunden ausgeliefert wird. Mittelfristig hofft Airbus, sich wieder vor Boeing schieben zu können.

Boeings beste Kunden im Jahr 2012

Platz 10

Air China - 14 ausgelieferte Flugzeuge

Besonders auf der Langstrecke vertraut die chinesische Airline auf die Boeing 777. Zuletzt unterschrieb die Airline einen Kaufvertrag für die 747-800.

Platz 9

China Southern - 15 ausgelieferte Flugzeuge

Seit Anfang 1990 setzt die chinesische Airline Boeing-Maschinen ein. Neben der 737 und der 767, sollen bald auch einige Boeing 777 in die Flotte aufgenommen werden.

Platz 8

Aviation Capital Group - 16 ausgelieferte Flugzeuge

Mit einer Bestellung von 60 Flugzeugen vom Typ 737 Max sorgte die Leasinggesellschaften für eine turbulenten Start ins Jahr. Bereits im Vorjahr gehörte das US-Unternehmen zu den Großkunden von Boeing.

Platz 7

Emirates - 17 ausgelieferte Flugzeuge

Mit ihrem erfolgreichen Expansionskurs setzten die arabischen Airlines ihre europäische Konkurrenz unter Druck. Durch einen Riesenauftrag über 60 neue 777 gehört auch Boeing zu den Profiteuren.

Platz 6

All Nippon Airways - 19 ausgelieferte Flugzeuge

Die Japaner waren die erste Fluggesellschaft, die den "Dreamliner" in die Flotte aufnehmen durfte.

Platz 5

GECAS - 20 ausgelieferte Flugzeuge

Die Flugzeugleasingsparte von General Electrics gehört ebenfalls zu den Großkunden. Durch einen Auftrag über 100 Boeing 737 dürfte sich daran in den nächsten Jahren nichts ändern.

Platz 4

Ryanair - 20 ausgelieferte Flugzeuge

Der irische Billigflieger droht zwar immer wieder damit, zu anderen Flugzeugherstellern zu wechseln. Bisher besteht die Flotte aber ausschließlich aus Flugzeugen vom Typ Boeing 737.

Platz 3

Lion Air - 22 ausgelieferte Flugzeuge

Ein 22-Milliarden-Dollar-Auftrag der indonesischen Airline ließ die Branche im Februar 2012 aufhorchen. Auch die Südostasiaten setzen auf die 737.

Platz 2

American Airlines - 25 ausgelieferte Flugzeuge

Die amerikanische Airline mit den Silberpfeilen muss dringend ihre Flotte modernisieren und setzt auf Flugzeuge aus der Heimat.

Platz 1

Southwest Airlines - 25 ausgelieferte Flugzeuge

Gleichauf liegt Konkurrent Southwest, der seine Flotte mit 208 neuen Boeing 737 aufrüsten will und dafür die stolze Summe von 19 Milliarden Dollar investiert.

Airbus und Boeing kämpfen seit langem um die Vorherrschaft in der Luft. Bis 2011 hielten die Europäer jahrelang den Auslieferungsrekord, 2012 übernahmen die Amerikaner wieder die Führung. Und sie wollen diesen Vorsprung verteidigen: Momentan hat Boeing noch Bestellungen über 5080 Maschinen in den Büchern stehen - auch das ist neuer Rekord.

Zuletzt waren auf der Luftfahrtmesse in Dubai zahlreiche Aufträge eingegangen. So hat die aufstrebende arabische Billigfluglinie Flydubai einen versprochenen Auftrag über 86 Mittelstrecken-Jets am Montag endgültig erteilt. Der Wert nach Listenpreise liege bei 8,8 Milliarden Dollar (6,5 Mrd Euro), erklärte Boeing am Montag. Für weitere 25 Maschinen besteht eine Kaufoption.

Flydubai hatte auf der Luftfahrtmesse in Dubai im November seine Absicht bekundet, bis zu 111 Maschinen vom aktuellen Typ 737 und dem Nachfolger 737 MAX zu kaufen. Die gerade mal fünf Jahre junge Fluggesellschaft betreibt momentan eine Flotte von 34 Boeing-Jets.

Boeing hatte wegen der hohen Nachfrage angekündigt, seinen erfolgreichen großen Langstreckenjet 777 zu modernisieren und als 777X auf den Markt zu bringen. Auch bei diesem Modell sollen vermehrt leichte Verbundmaterialien Einzug halten, um den Spritverbrauch zu senken und die Reichweite zu steigern.

Von

dpa

Kommentare (4)

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alpoehi

06.01.2014, 21:20 Uhr

Glauben Sie wirklich, Airbus sei ein Bestohlener ???
Airbus Conglomerates sollen erst mal ihre paneuropäischen Nationalstreitigkeiten beilegen, damit sie sich endlich um technischen Fortschritt kümmern können.

AirbusNiedergangDankEnders

07.01.2014, 10:25 Uhr

Keine Überraschung das Airbus immer weiter an Boden verliert das wird sich noch mehr ausweiten. Anstatt sich um die Modernisierung der Flotte zu kümmern, beschäftigt sich Herr Enders nur noch damit das Headquarter in Frankreich zu stärken indem er Standorte in Deutschland und Spanien schließt. Somit wird aus dem einstigen internationalen Konzern wieder ein Französisch geprägter Konzern der mehr und mehr die Produktion nach Toulouse verlagern wird. Deutschland darf dann noch den A320 zusammenschrauben das war's. da wir aus anderen Branchen wissen das die Franzosen kein High Tec Land sind wird Airbus somit dauerhaft geschwächt. Zwar wird man mit dem A350WB ein sehr interessantes Flugzeug auf den Markt bringen das dann gegen den Dreamliner arbeitet, aber gegen B777X und B747 hat man kein Gegenstück entwickelt. Den A320 läßt man zudem in China fertigen, so das die dort die Technologie kopieren können und in Kürze mit einem eigenen Flugzeug auf den Markt gehen werden, was rein Zufällig dem A320 ähnelt.
Das Boeing bei den Ausschreibungen von der Unterstützung der USA profitiert ist bekannt, dann NSA kennt man eben nicht nur die Technologie von Airbus sondern auch die preise bei Angeboten, ist doch Merkwürdig das die immer unterboten werden konnten... Ein Deutscher ex Daimler Mann sorgt dafür das Airbus wieder französisch wird und dadurch massiv geschwächt wird.

Hans

07.01.2014, 11:17 Uhr

Airbus hat unter Enders auch richtig große A350 Arbeitsanteile bewusst in die USA vergeben. Ansonsten wurden wohl auch viel Arbeiten von DE in die weite Welt verlagert. Sobald Airbus und Boeing nicht mehr so viele Flieger in den Markt drücken können, werden die Verlagerungen erst sichtbar. Bisher könnte Airbus dies noch mit Wachstum verdecken.

Der ganze Airbus Konzern ist eine Geisel der Französischen Politik. Auf deren grenzenlose Inkompetenz kann sich Boeing 100% verlassen. Die A380 Fertigungsprobleme und die Verzögerungen beim A350 sind Managementfehler gewesen. Die Franzosen stopfen auch super gerne die Airbus Fluggeräte mit Technik zu, die dann erst mit sehr langen Verzögerungen funktioniert, wenn die Konkurrenz schon aufgeschlossen oder gar davon gezogen ist.

Während Boeing bald den B787-9 in Massen produziert, wird Airbus den A350 nur in Homöopathischen Dosen ausliefern können. Unter Enders werden so welche Probleme alle weggejubelt. Ist ja so bequem, und steigert den Aktienkurs so schön. Bloß dass mit den Versprochenen Renditen wird dank des Nichtlieferns so nicht hinhauen. Bis die Aktionäre das merken, ist aber Enders schon längst weg.

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