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04.02.2016

19:42 Uhr

Airbus

Weitere Gespräche über Hubschrauber-Deal mit Polen

50 Hubschrauber wollte Polen ursprünglich von Airbus kaufen. Doch die neue rechtskonservative Regierung will den Auftrag im Inland vergeben. Airbus dementiert Storno-Gerüchte – und verweist auf laufende Gespräche.

Von ursprünglich 50 georderten Helikoptern wolle Polens Regierung nur noch einige wenige kaufen, so der Bericht einer polnischen Zeitung. AFP

Caracal-Hubschrauber

Von ursprünglich 50 georderten Helikoptern wolle Polens Regierung nur noch einige wenige kaufen, so der Bericht einer polnischen Zeitung.

WarschauAirbus hat einen Pressebericht dementiert, wonach die neue polnische Regierung Pläne für einen drei Milliarden Dollar schweren Hubschrauber-Auftrag zurückgezogen hat. Die jüngsten Medienkommentare hätten Spekulationen und Gerüchte ausgelöst, die zu falschen Schlussfolgerungen geführt hätten, erklärte die Konzerntochter Airbus Helicopters am Donnerstag. Wahr sei vielmehr, dass die Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium andauerten und das Unternehmen zur Unterstützung seiner polnischen Partner bereit sei. Auch aus dem französischen Verteidigungsministerium verlautete, dass der Bericht falsch sei.

Die Zeitung „Rzeczpospolita“ hatte zuvor unter Berufung auf namentlich ungenannte Vertreter des polnischen Verteidigungsministeriums berichtet, dass sich die Regierung gegen den Kauf entschieden habe. Anstatt der geplanten Abnahme von 50 „Caracal“-Mehrzweckhubschraubern wolle Polen nur noch einige wenige kaufen. Stattdessen verhandele Polen mit dem US-Mitbewerber Sikorsky, der seine „Black Hawk“-Hubschrauber im Gegensatz zu Airbus in Polen selbst produziert.

Die nationalkonservative PiS-Partei, die seit Oktober im Amt ist, hat bereits wiederholt erklärt, den Auftrag an einen Hersteller zu vergeben, der auch in Polen Fabriken betreibt. Vize-Verteidigungsminister Bartosz Kownacki hatte Ende Januar erklärt, es sei „sehr wahrscheinlich“, dass der von der Vorgängerregierung mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern geschlossene Vorvertrag zurückgezogen werde.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Von

rtr

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