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24.10.2016

17:01 Uhr

Aixtron-Übernahme

Gabriel will chinesischen Käufer erneut überprüfen

Der chinesische Konzern FGC will Aixtron für 670 Millionen Euro kaufen. Wirtschaftsminister Gabriel zieht nun aber die bereits erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung zurück. Das könnte auch für Osram Konsequenzen haben.

Das Bundeswirtschaftsministerium will das Prüfverfahren für den chinesischen Käufer neu aufnehmen. Aixtron

Aixtron

Das Bundeswirtschaftsministerium will das Prüfverfahren für den chinesischen Käufer neu aufnehmen.

Herzogenrath/BerlinDie Übernahme und erhoffte Rettung des angeschlagenen Chip-Anlagenbauers Aixtron durch einen chinesischen Investor wird zum Politikum. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel widerrief die am 8. September erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung und will die Übernahmepläne des Investors Fujian Grand Chip Investment (FGC) nochmals unter die Lupe nehmen lassen.

Eine Sprecherin der Ministeriums sagte am Montag in Berlin: „Gabriel hat jenseits des Falles Aixtron mehrfach darauf hingewiesen, dass wir überlegen müssen, wie wir mit Ländern umgehen, die nicht so offen mit Übernahmen umgehen.“ Der Vorgang könnte sich auch auf das Münchener Traditionsunternehmen Osram auswirken, das ins Visier des chinesischen Halbleiterkonzerns San'an Optoelectronics geraten ist.

Eigentlich schien die Übernahme des defizitären Spezialanlagenbauers Aixtron durch die Chinesen in trockenen Tüchern. Nach einer Senkung der Mindestannahmeschwelle auf 50,1 von 60 Prozent haben die Aktionäre dem Investmentfonds des Geschäftsmanns Zhendong Liu inzwischen rund 64 Prozent ihrer Anteilsscheine zum Kauf angedient. Die verlängerte Angebotsfrist endete am Freitag. Wieviele Aktien genau angeboten wurden, wird in den kommenden Tagen veröffentlicht.

Am Markt zeigten sich Anleger von den Entwicklungen enttäuscht, sowohl die frei handelbaren Papiere als auch die bereits im Rahmen des Angebots angedienten Aktien rutschten deutlich ab – um 11 Prozent beziehungsweise 13 Prozent.

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„Die Bundesregierung hat bis dahin nicht bekannte sicherheitsrelevante Informationen erhalten“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig der Zeitung „Die Welt“. Aixtron kündigte an, mit dem Ministerium zusammenarbeiten zu wollen. Bis zum 28. Februar 2017 müssen alle Angebotsbedingungen erfüllt sein, andernfalls erlischt das Übernahmeangebot.

Kommentare (3)

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Herr Heinz Keizer

24.10.2016, 09:23 Uhr

Außer EU-Länder sollten Unternehmen innerhalb der EU nur unter den gleichen Bedingungen kaufen dürfen, wie sie es EU-Unternehmen im Gegenzug auch gestatten. Staatliche Unternehmen aus China oder Russland dürfen so wohl nicht zum zuge kommen.

Herr Josef Schmidt

24.10.2016, 09:52 Uhr

Wer in China investiert darf maximal 49% der Investition übernehmen und nur bei einer Mehrheitsbeteiligung eines chinesischen Patners möglich. Warum wendet man dieselben chinesischen Richtlinien auch für chinesische Übernahmen in Bananistan an ? Maximalbeteiligung 49% und Mehrheitsbeteiligung in der Hand eines deutschen Investors. Ganz einfach.

Herr Ulf J. Froitzheim

24.10.2016, 13:33 Uhr

"Chipanlagen"? Was soll das sein? Leider wieder mal ein Beispiel dafür, dass Autor und Redakteur keine Ahnung von der Branche haben, um die es geht. Ein Blick in die Wikipedia, der ein paar Zeilen weiter reicht als bis zur Vorgeschichte der Aixtron als RWTH-Ausgründung, hätte genügt, so einen Unfug zu vermeiden.

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