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15.01.2014

11:25 Uhr

Aknemittel

Bayer bringt „Diane” wieder auf den Markt

Ein Akne-Medikament des Leverkusener Pharmariesen Bayer soll in Frankreich für Todesfälle verantwortlich gewesen sein. Jetzt wirft Bayer es wieder auf den Markt. Die Arzneimittelbehörde erklärt es für sicher.

Diane 35, ein Hormonmittel in Tablettenform, sorgt für heftige Diskussionen. AFP

Diane 35, ein Hormonmittel in Tablettenform, sorgt für heftige Diskussionen.

FrankfurtBayer bringt sein umstrittenes Aknemittel Diane 35 in Frankreich wieder auf den Markt. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit der französischen Gesundheitsbehörde gefällt worden, teilte Deutschlands größter Arzneimittelhersteller am Mittwoch mit. Frankreich hatte den Verkauf des Medikaments ausgesetzt, nachdem das Präparat mit mehreren Todesfällen innerhalb von 25 Jahren in Verbindung gebracht wurde. Diane 35 verringert Akne durch Hormone und verhindert den Eisprung. Das Präparat wird deshalb auch zur Empfängnisverhütung verschrieben, obwohl es dafür nicht zugelassen ist.

Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA nach einer von Frankreich angeregten Überprüfung erklärt, der Gebrauch von „Diane 35” und entsprechenden Nachahmerpräparaten sei in Fällen, in denen andere Medikamente versagt hätten, sicher. Die Vorteile des Mittels überwögen die Risiken, wenn Maßnahmen zur Senkung der Thrombosegefahr getroffen würden. Das Hormonpräparat ist schon seit vielen Jahren auf dem Markt und wird von Ärzten in mehr als 100 Ländern verschrieben, wo es zum Teil andere Namen wie etwa „Dianette” trägt.

Geschichte von Bayer

Von einer Farbenfabrik zum Chemie- und Pharmariesen

Der Bayer-Konzern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Sie beginnt in Wuppertal Barmen vor 150 Jahren. Es war die Geburtsstunde der deutschen Chemieindustrie.

1863

Friedrich Bayer und Johann Weskott gründen am 1. August die Farbenfabrik Fried. Bayer & Co.

1899

Das Schmerzmittel Aspirin wird zum Patent angemeldet. Noch heute gehört das Medikament zu den umsatzstärksten Bayer-Präparaten.

1925

Nach gut 60 Jahren verliert Bayer seine Selbstständigkeit; das Unternehmen geht in die IG Farben auf. Aus Bayer wurde die IG Betriebsgemeinschaft Niederrhein.

1933

In Leverkusen leuchtet erstmals das Bayer-Kreuz auf. Es hatte eine Durchmesser von 72 Metern und war mit 2200 Glühbirnen bestückt. Es ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt geblieben.

1939

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird die Produktion der Chemieindustrie den Zielen der Kriegsführung untergeordnet. Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa wurden in vielen Betrieben eingesetzt, auch in Leverkusen.

1951

Bayer wird nach der Zerschlagung der IG Farben neu gegründet und Ulrich Haberland der erste Vorstandsvorsitzende.

1978

Bayer übernimmt das US-Unternehmen Miles, das nach dem Rückerwerb der Markenrechte in den USA 1995 in Bayer Corporation umbenannt wird.

2001

Bayer nimmt den Blutfettsenker Lipobay vom Markt, was den Konzern in eine tief Krise stürzt. Im gleichen Jahr erfolgt der Erwerb des Pflanzenschutzgeschäftes Aventis CropScience.

2005

Bayer löst das Chemie- und Teile des Kunststoffgeschäftes aus dem Konzern und bringt ihn als Lanxess AG an die Börse.

2006

Der Erwerb des Berliner Pharmaunternehmens Schering für rund 17 Milliarden Euro ist der teuerste Zukauf der Firmengeschichte.

2010

Marijn Dekkers wird Vorstandsvorsitzender. Der Niederländer mit amerikanischem Pass ist der erste externe Manager an der Spitze des Konzerns.

Von

rtr

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