Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.03.2013

14:26 Uhr

Aktie bricht ein

Lanxess enttäuscht mit Jahresbilanz

Der Spezialchemiekonzern hat mit seiner Jahresbilanz für 2012 die Anleger enttäuscht und schickt die Aktie auf Talfahrt. Lanxess leidet unter der Autoabsatzkrise in Europa und gab nur einen vorsichtigen Ausblick.

Das Logo des Spezialchemie-Konzerns Lanxess. Die Bilanz enttäuschte die Anleger. dpa

Das Logo des Spezialchemie-Konzerns Lanxess. Die Bilanz enttäuschte die Anleger.

FrankfurtDer Spezialchemie-Konzern Lanxess sieht im neuen Jahr bisher keine Verbesserung der schwachen Nachfrage. Der Trend aus dem zweiten Halbjahr 2012 setze sich auch in diesem Jahr in den meisten Geschäftsfeldern fort, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

„Die Nachfrage wird im Verlauf des Jahres an Dynamik gewinnen“, gab sich Lanxess aber zuversichtlich. An der Börse sorgte der schwache Jahresstart für Enttäuschung: Die Aktien brachen in der Spitze um fast vier Prozent ein und waren damit der größte Verlierer im Leitindex Dax.

Lanxess macht vor allem die Krise der Autoindustrie zu schaffen - der Leverkusener Konzern ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk, der in Autoreifen und in Dichtungen verwendet wird. Der Reifenhersteller Continental etwa erwartet im ersten Quartal 2013 wegen der schwachen Nachfrage in Europa einen Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

„Uns hat der vorsichtige Ausblick für das erste Halbjahr 2013 nicht überrascht“, schrieb DZ-Bank-Analyst Peter Spengler in einem Kurzkommentar. „Wir hoffen auf ein gutes zweites Halbjahr - es gibt sogar Hoffnung auf ein annehmbares zweites Quartal.“

Gewinn 2012 doch noch gerettet

Mit einem Gewinnsprung im vierten Quartal schaffte Lanxess seine Ziele für 2012 aber immerhin noch gut. Das operative Ergebnis von Sondereinflüssen (Ebitda) kletterte im Gesamtjahr um sieben Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie aus den überraschend veröffentlichten Zahlen hervorging. Damit lag das Wachstum etwa in der Mitte der prognostizierten Spanne von fünf bis zehn Prozent, im November war Lanxess wegen der Autokrise von einem Gewinnplus am unteren Ende der Spanne ausgegangen. Vor allem dank einer „strikten Kostendisziplin“ habe das bereinigte Ebitda im vierten Quartal jedoch einen Sprung von 37 Prozent auf 239 Millionen Euro hingelegt, erläuterte Lanxess.

An seinen mittelfristigen Ergebniszielen hält der Konzern fest: 2014 soll das Ebitda vor Sondereinflüssen auf 1,4 Milliarden Euro und 2018 auf 1,8 Milliarden Euro steigen. Lanxess will seine Zahlen auf der Bilanzpressekonferenz am 21. März näher erläutern.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×