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21.10.2014

09:57 Uhr

Aktie bricht ein

Motorenbauer Deutz kassiert Jahresziele

Der Kölner Traditionskonzern Deutz hat für Anfang November eine neue Gewinnprognose angekündigt. Befürchtet werden hohe Gewährleistungskosten für verkaufte Motoren – und der Auftragseingang geht weiter zurück.

Ein Mitarbeiter der Deutz AG schraubt im Werk Eil in Köln an einem Motor. dpa

Ein Mitarbeiter der Deutz AG schraubt im Werk Eil in Köln an einem Motor.

DüsseldorfDer Motorenbauer Deutz befürchtet hohe Gewährleistungskosten und hat deshalb seine Jahresziele kassiert – und die Anleger verschreckt. Rückstellungen für Garantien auf Motoren des Segmentes Deutz Compact Engines (DCE) aus dem Jahr 2011 hätten das Ergebnis im dritten Quartal mit 20,4 Millionen Euro belastet, teilte der Kölner Traditionskonzern am Dienstag mit.

Vorstandschef Helmut Leube nahm daher das für 2014 gesteckte Ergebnisziel zurück und kündigte für Anfang November eine neue Prognose an. Wegen der konjunkturellen Schwäche, die Deutz bereits im zweiten Quartal zu spüren bekam, reduzierte er zudem auch das Umsatzziel auf ein Plus von rund drei Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Ursprünglich hatte der Konzern eine operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) vor Einmaleffekten von über vier Prozent angepeilt, nach Einmaleffekten sollten es über drei Prozent sein. Die Erlöse sollten 2014 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigen.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

2011 hatte die DCE weltweit über 200.000 Motoren verkauft. Ein Sprecher erklärte, ein Teil der Motoren habe sich in außergewöhnlichem Maße abgenutzt. Dafür müsse Deutz nun gerade stehen.

Nach vorläufigen Berechnungen sank im Zeitraum Juli bis September der Auftragseingang auf 330 Millionen Euro von 360 Millionen vor Jahresfrist. Der Umsatz legte dagegen um 11,4 Prozent auf 381 Millionen Euro zu. Vor Berücksichtigung des außerplanmäßigen Ergebniseffektes stieg der operative Gewinn (EBIT) auf 23,1 (Vorjahr: 17,1) Millionen Euro und die Ebit-Marge auf 5,4 (4,5) Prozent. Nach Berücksichtigung der Rückstellungszuführung brach das Ebit auf 2,7 Millionen Euro ein und die Marge betrug noch 0,6 Prozent.

Das Geschäft von Deutz gilt als sehr konjunkturanfällig. Eine wirtschaftliche Flaute macht sich umgehend im Verkauf von Motoren für Lastwagen, Baumaschinen oder Landmaschinen bemerkbar.

Die Anleger reagierten verschreckt auf die Nachrichten. Die im Kleinwerteindex SDax gehandelte Aktie brach um knapp sieben Prozent auf 3,49 Euro ein und notierte damit auf dem niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Die Gewinnwarnung und die schwächere Nachfrage seien deutlich negative Vorzeichen, kommentierte Jasko Terzic von der DZ Bank.

Von

rtr

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