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28.02.2011

20:00 Uhr

Aktie steigt

VW wird zweitgrößter Aktionär bei SGL

Volkswagen ist mit 8,18 Prozent der Aktien beim Grafitspezialisten SGL Carbon eingestiegen. Der Autobauer wird damit der zweitgrößte Aktionär, das Papier ging mit einem Plus von gut sechs Prozent aus dem Handel.

Volkswagen steigt bei SGL Carbon ein. Quelle: dpa

Volkswagen steigt bei SGL Carbon ein.

FrankfurtEuropas größter Autobauer Volkswagen steigt überraschend als zweitgrößter Aktionär beim Grafitspezialisten SGL Carbon ein. VW habe 8,18 Prozent der SGL-Aktien gekauft, teilte am Montag das Wiesbadener Unternehmen mit, das bei Carbonfaser-Werkstoffen eng mit dem VW-Konkurrent BMW zusammenarbeitet. Die Nachricht verhalf der im Nebenwerteindex MDax notierten SGL-Aktie zu einem rasanten Schlussspurt im Börsenhandel: Sie kletterte gut sechs Prozent auf 27,02 Euro und ging damit als größter Kursgewinner in dem Index aus dem Handel.

Größter Aktionär bei SGL ist die Beteiligungsgesellschaft der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, Skion, mit rund 22,25 Prozent. Ein Skion-Sprecher sagte zum Einstieg des BMW-Rivalen: „Wir freuen uns als maßgeblicher Ankeraktionär für SGL, dass auch andere Unternehmen die technologische Bedeutung der Kohlefaser in den Blick nehmen.“ VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech sagte am Abend am Rande einer Veranstaltung: „Wir haben vorher gefragt, ob es jemanden stört.“ Er fügte hinzu: „BMW ist ein angenehmer Wettbewerber“.

SGL und BMW sind Partner bei Carbonfaser-Werkstoffen für den Autobau und betreiben seit 2009 ein Gemeinschaftsunternehmen. Nach früheren Angaben soll unter anderem ein gemeinsames Werk für Carbonfasern in den USA entstehen. Das dort produzierte Material soll in dem für 2013 geplanten elektrischen Großstadtgefährt „BMW i3“ zum Einsatz kommen. Im Leipziger BMW-Werk soll das Auto zusammengebaut werden.

SGL-Vorstandschef Robert Koehler begrüßte den Einstieg von VW. „Diese Beteiligung unterstützt die langfristige Intention der SGL Group, zur Stärkung unserer Unabhängigkeit eine kleine Gruppe von Ankeraktionären aufzubauen“, erklärte der Manager. Die Beteiligung zeige die Wertschätzung der Aufbauarbeit bei neuen Werkstoffen und Technologien, speziell im automobilen Leichtbau. Im Rahmen der Transaktion wurde unter anderem das Paket der LBBW-Tochter Süd-Kapital übernommen, die 4,43 Prozent der Anteile besaß.

SGL gehört zu den Markführern der Carbonfaser-Technologie. Autobauer setzten inzwischen große Hoffnung auf Carbonfasern als Werkstoff, da das Material leicht, reißfest und robust ist. In vielen Bereichen kann es Metall ersetzen, wodurch das Fahrzeuggewicht sinkt und auch der Energieverbrauch. Bisher war es aber für den Serieneinsatz in Autos viel zu teuer.

Von

rtr

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