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06.01.2009

07:54 Uhr

Aktien-Aufstockung

Porsche sichert sich Mehrheit an Volkswagen

VonMark C. Schneider

Der Sportwagen-Hersteller Porsche hat sich wie geplant die Mehrheit an Volkswagen gesichert. Am Montag sei die Beteiligung auf 50,76 Prozent der Stammaktien gestiegen, teilte Porsche am Abend in Stuttgart mit. Durch die Aufstockung hat Porsche auch die mittelbare Kontrolle über Scania erlangt.

HAMBURG. Porsche übernimmt gleich zu Jahresbeginn mit einem Paukenschlag die Mehrheit am Volkswagen-Konzern. Nach dem Kauf von weiteren Stammaktien halten die Stuttgarter nun direkt 50,76 Prozent, teilte das Unternehmen gestern mit. Damit vollzieht der Sportwagenbauer einen ursprünglich für 2008 geplanten wichtigen Schritt bei der Übernahme von VW.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte eigentlich bereits im vergangenen Jahr die Mehrheit bei Europas größtem Autobauer angestrebt. Der aufgrund von Fehlspekulationen zwischenzeitlich auf gut 1000 Euro in die Höhe geschossene Kurs der VW-Aktie hatte den Plan jedoch verzögert. Porsche hält einen durchschnittlichen Kurs-Korridor von 200 bis 250 Euro für „eine vernünftige Bandbreite“. Finanzkreise gehen davon aus, dass die jüngste Tranche zu einem entsprechenden Preis erworben wurde. Porsche wollte das auf Anfrage nicht kommentieren.

Pflichtgemäß legen die Stuttgarter mit der Mehrheit an VW ein Übernahmeangebot zum gesetzlichen Mindestpreis für Volkswagens schwedische Lkw-Tochter Scania vor. Wie im Fall der Premiumtochter Audi verfolgt Porsche damit aber „kein strategisches Interesse“, bekräftigte ein Unternehmenssprecher. Volkswagen wird seine Anteile entsprechend nicht verkaufen, hieß es gestern in Unternehmenskreisen.

Die nach der Verzögerung durch die Kursturbulenzen der VW-Aktie überraschend schnelle Erhöhung des VW-Anteils werten Branchenkenner als Bekenntnis zum VW-Deal. Porsche strebt nach früheren Angaben einen Beherrschungsvertrag an. Dafür reichen allerdings aufgrund der VW-Satzung nicht wie üblich 75 Prozent der Stimmrechte. Das Land Niedersachsen kann mit seinen gut 20 Prozent der VW-Aktien die Stuttgarter blockieren. Dagegen geht Porsche juristisch vor.

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