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17.01.2007

20:13 Uhr

Aktien platziert

Hamburg steigt bei Beiersdorf wieder aus

Hamburg hat sich nach drei Jahren von ihrer zehnprozentigen Beteiligung am Nivea-Hersteller Beiersdorf getrennt. Mit den Einnahmen will die Hansestadt den Kredit zurückzahlen, den sie für den Kauf der Aktien im Jahr 2003 aufgenommen hatte. Das Investment hat sich finanziell gelohnt.

HB HAMBURG. Das Aktienpaket sei am Mittwoch erfolgreich verkauft worden, sagte der Finanzsenator der Hansestadt, Michael Freytag (CDU). Die Deutsche Bank hatte am Dienstag den Auftrag erhalten, die 25,2 Mill. Beiersdorf-Aktien der Stadt in einer Spanne von 48 bis 50 zu platzieren. Insgesamt habe Hamburg mit dem Verkauf rund 1,21 Mrd. Euro erlöst. Die Papiere seien zum Preis von 48 Euro pro Aktie verkauft worden.

Unter dem Strich bleibe für die Stadt ein Plus von rund sieben Mill. Euro, sagte Freytag. Vor allem langfristig orientierte Investoren aus dem In- und Ausland seien auf das Angebot eingestiegen. Allein fünf Investoren hätten zehn Mill. Aktien erworben. Die Beiersdorf-Aktie war nach Bekanntwerden der Pläne zunächst unter Druck geraten. Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sagte, dass die Transaktion routinemäßig überprüft wird. Das sei bei großen Platzierungen der Fall, mit einem Ergebnis sei aber erst in einigen Wochen zu rechnen.

Freytag dementierte Berichte, Hamburg wolle die Erlöse des Aktienverkaufs für einen möglichen Einstieg bei der Airbus-Mutter EADS nutzen. „Hamburg ist grundsätzlich bereit, sich auch im Fall Airbus grundsätzlich zu engagieren.“ Einen Zusammenhang mit der Beiersdorf-Transaktion gebe es aber nicht. Hamburg sei aber in Verhandlungen über einen möglichen Einstieg bei EADS. „Ein Zwischenergebnis liegt aber noch nicht vor.“

Hamburg hatte die Anteile an Beiersdorf 2003 für rund 1,1 Mrd. Euro übernommen, um einen Einstieg des US-Konzerns Procter & Gamble bei Beiersdorf mit abzuwehren. Damals war der Verlust tausender Arbeitsplätze und von Steuereinnahmen befürchtet worden, sollte ein ausländischer Konkurrent das Traditionsunternehmen erwerben. Zugleich mit dem Kauf durch die Stadt hatte der Hamburger Kaffee- und Handelsriese Tchibo seine Beteiligung deutlich aufgestockt. Heute hält er mit rund 50,5 Prozent die Mehrheit an Beiersdorf. Das sei ein wichtiges Kriterium gewesen, jetzt den Verkauf anzugehen, sagte Freytag. Alle Ziele seien erreicht worden. Beiersdorf hat 2006 erstmals mehr als fünf Mrd. Euro umgesetzt. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 16 500 Mitarbeiter.

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