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13.06.2012

17:10 Uhr

Aktienkauf

Volvo stockt Anteile am Motorenbauer Deutz auf

Der Schwedische Lkw-Bauer Volvo wird zum größten Aktionär des Kölner Motorenherstellers Deutz. Die Aufstockung des Aktienbestands dürfte eine Strategie gegen die starke Konkurrenz von Scania/MAN unter dem Dach von VW sein.

Lkw-Chassis von Volvo: Die Schweden rüsten sich gegen die Konkurrenz. ap

Lkw-Chassis von Volvo: Die Schweden rüsten sich gegen die Konkurrenz.

DüsseldorfVolvo kauft dem italienischen Großaktionär Same Deutz-Fahr Aktien für 130 Millionen Euro ab und stockt sein Deutz-Paket damit auf knapp über 25 Prozent von 6,7 Prozent auf, wie Volvo am Mittwoch überraschend mitteilte. Volvo verschafft sich mit der Sperrminorität ein stärkeres Standbein in Deutschland und sichert den Nachschub an Motoren. Volvo-Chef Olof Persson bezeichnete die Aufstockung als „natürlichen Schritt“, nachdem Volvo und Deutz im April eine erweiterte Zusammenarbeit bei mittelschweren Motoren vereinbart hatten. „Die Deutz AG ist seit Jahren ein wichtiger Lieferant und Partner“, erklärte er.

Für Volvo entsteht mit dem engeren Zusammenrücken des schwedischen Rivalen Scania mit der Münchener Lkw-Bauer MAN unter dem Dach von Volkswagen ein noch stärkerer Konkurrent. Die Aufstockung bei Deutz dürfte damit strategische Gründe haben. Denn mit Auswirkungen auf den Gewinn rechnet Volvo nach eigenen Angaben nicht.

Volvo zahlt für die Deutz-Aktien aus den Händen von Same je 5,88 Euro, zwölf Prozent mehr als den Durchschnittskurs in den drei Monaten vor der Vereinbarung - das sind aber gut 50 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Dienstag. Am Mittwoch schnellte die Deutz-Aktie um bis zu 28 Prozent in die Höhe, am Nachmittag lag sie mit 4,29 Euro noch zehn Prozent im Plus und war damit weitaus größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax. „Natürlich gibt es jetzt Spekulationen, ob Volvo Deutz ganz übernimmt. Aber das ist von vielen Fragen, auch kartellrechtlichen, abhängig“, sagte ein Börsenhändler. Volvo habe eine Prämie bezahlt, die für andere Anleger so wohl nicht in Frage komme. „Deshalb wird der Aktienkurs sich voraussichtlich unter fünf Euro einpendeln.“

Volvo und Deutz arbeiten seit langem zusammen. Die erste Kooperation bei Dieselmotoren war 1998 vereinbart und mit einer Beteiligung der Schweden besiegelt worden. Seit April prüfen die beiden Firmen eine gemeinsame Produktionsgesellschaft in China, die eine neue Generation mittelschwerer Motoren für Industrieanwendungen bauen sollen. Hierzu gehören Baumaschinen, Landmaschinen, Stromerzeugungsaggregate, Pumpen oder Kompressoren. Volvo stellt neben Lastwagen unter anderem auch Busse und Baumaschinen her.

Der italienischen Same Deutz-Fahr, der seit 1995 das angestammte Traktoren-Geschäft von Deutz gehört, bleiben damit noch 8,4 Prozent von ihren ehemals 26 Prozent an dem Kölner Unternehmen. Same bezieht seither Landtechnik-Motoren von Deutz. Würde der Traktorenhersteller diese Beteiligung ebenfalls an die Schweden verkaufen, müssten diese ein Übernahmeangebot für Deutz vorlegen.

Von

rtr

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