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21.12.2011

17:25 Uhr

Aktienkurs bricht ein

Solar Millennium beantragt Insolvenz

Vor einer Woche ging Solon Pleite, jetzt hat auch der wirtschaftlich angeschlagene Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium Insolvenz beantragt. Die Branche gerät immer mehr in die Krise.

Solarthermisches Kraftwerk von Solar Millennium in Kalifornien. dpa/picture alliance

Solarthermisches Kraftwerk von Solar Millennium in Kalifornien.

ErlangenDer angeschlagene Solar-Projektentwickler Solar Millennium ist pleite. Das Unternehmen habe am Mittwoch Insolvenzantrag beim Amtsgericht Fürth gestellt, teilte Solar Millennium in Erlangen mit.

Grund seien Verzögerungen bei Verhandlungen über den Verkauf von Projekten in den USA und Spanien. Bei beiden angestrebten Transaktionen seien die Verhandlungen schon weit fortgeschritten, hätten bislang aber nicht abgeschlossen werden können, erklärte Solar Millennium. Wesentliche Verträge für das US-Geschäft wurden demnach bereits unterzeichnet, allerdings seien „einzelne Bedingungen für die Wirksamkeit der Verträge bislang nicht eingetreten“. Die angestrebten Geschäfte hätten laut Solar Millennium „über den aktuellen Liquiditätsbedarf hinaus Mittel generiert, die die Basis für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft gelegt hätten“. Nun aber seien „Höhe und Zeitpunkt der Zahlungsflüsse“ unklar. Deshalb sei das Unternehmen nun gezwungen gewesen, Gläubigerschutz zu beantragen.

Die Aktie war zunächst vom Handel ausgesetzt. Kurz nach Wiederaufnahme des Handels fiel sie um 60 Prozent auf 0,40 Euro. Auch andere Solaraktien wie Solarworld und Q-Cells drehten kurzfristig ins Minus.

Solar Millennium war in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen, unter anderem, weil Ex-Vorstandschef Utz Claassen Schadenersatz vom Unternehmen fordert. Zuletzt hatte Mitte September Firmengründer Hannes Kuhn sein Mandat als Aufsichtsrat niedergelegt.

Diese Woche musste Solar Millenium bereits mehrfach schlechte Nachrichten verkünden. Erst am Dienstag hatte das krisengeschüttelte Unternehmen angekündigt, dass sich die Verhandlungen über den Verkauf von Projekten in den USA verzögerten. Anders als geplant sei in diesem Jahr nicht mehr mit einem Abschluss zu rechnen. Der Vorstand prüfe derzeit die daraus resultierenden Konsequenzen, hieß es da noch in einer Mitteilung des Unternehmens.

Kommentare (17)

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Fred_Kirchheimer

21.12.2011, 15:59 Uhr

Ich glaube mich zu erinnern, vor eine paar Tagen einen TV-Bericht gesehn zu haben, in dem davon die Rede war, daß dies Firma weit über 100 Mio. Staatsgelder erhalten hat, die jetzt - natürlich zu Lasten der Steuerzahler - verloren sind.

Na ja, vielleicht kommt da ja noch Licht ins Dunkel, obwohl meine Hoffnung nur sehr gering ist, denn über Geld spricht man nicht. Und warum sollte man die Namen der Direktoren in den staatlichen Stellen nennen, die diese zuschüsse gewährt haben, obwohl das ja eigentlich die Sache von Banken wäre?

Tja, im Zusammenhang mit der Karstadt-Insolvenz wurde ja auch offenbar, daß diverse Finanzämter Forderungen auf eine Höhe von mehreren Hundert Millionen auflaufen haben lassen ohne vorher die nötigen Schritte einzuleiten, das Geld zu bekommen. Über Prozesse gegen Verantwortlich war nichts zu lesen.
Wie gesagt, über Geld spricht man nicht.

teflon

21.12.2011, 16:23 Uhr

So ists halt mit einer Branche, die die letzten 10 Jahre nur durch die dauernd verfügbaren staatlichen Subventionen wachsen musste - "innovativ & wirtschaftlich" waren deshalb Fremdwörter. Das schwachsinnige EEG hat dafür gesorgt ... der Steuerzahler zahlt die Zeche für den Stuss.
Letztlich ist jetzt "PV-Domino Day" - es werden im 1Q.2012 auch die ersten Chinesen stolpern - zudem räumt es auch in D mit den ganzen Möchtegern-Solarteuren & Freizeithändlern auf - einfach mal im eigenen Umfeld umschaun, wieviel Schrott & Brandbeschleuniger auf D´s Dächern miserabel zusammengeschustert aufgebaut wurden. Für im Sommer zeitlich begrenzt maximal 3,5% der Gesamtstromerzeugung- lachhaft!
Wenn PV DIE Stütze der Energiewende sein soll...dann "Nein Danke" ...so schlecht kann ich gar nicht träumen.

Account gelöscht!

21.12.2011, 16:43 Uhr

Das stinkt zum Himmel! Weg mit Subventionen. Reine Wettbewerbsverzerrung und führt fast immer zu Betrug oder vergleichbarem.

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