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19.12.2014

10:37 Uhr

Aktienkurs rutscht ab

Geplatzter Gazprom-Deal schwächt BASF-Papiere

Dass der Gazprom-Deal nun wegen der Ukrainekrise ausfällt, bleibt für die BASF-Aktien nicht folgenlos: Die Papiere sind die großen Dax-Verlierer. Auch andere Unternehmen mit russischen Engagements werden abgestraft.

Daraus wird nun nichts, obwohl sie schon darauf eingeschlagen hatten: Der Tausch von Unternehmensteilen zwischen Gazprom und BASF fällt aus. dpa

Daraus wird nun nichts, obwohl sie schon darauf eingeschlagen hatten: Der Tausch von Unternehmensteilen zwischen Gazprom und BASF fällt aus.

FrankfurtDer geplatzte Milliarden-Deal mit Gazprom hat die Aktien des Chemieriesen BASF unter Druck gesetzt. Die Titel fielen am Freitag in der Spitze um 3,2 Prozent auf 68,36 Euro. Sie gehörten damit zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex Dax. Der bis zum Jahresende geplante Anteilstausch mit dem russischen Gaskonzern wurde nach Angaben von BASF wegen des schwierigen politischen Umfelds abgeblasen. „Anleger befürchten nun, dass weitere Deals mit Russland auf der Kippe stehen könnten“, sagte ein Händler. Der hoch verschuldete Energiekonzern RWE will die Öl- und Gasfördertochter Dea für 5,1 Milliarden Euro an eine Gruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman verkaufen. Die Aktien von RWE gaben 2,3 Prozent nach.

BASF und Gazprom hatten bereits 2012 vereinbart, dass die Kasseler Öl- und Gastochter Wintershall das hiesige Gashandels- und Gasspeichergeschäft vollständig an den russischen Staatskonzern abgibt. Dafür sollte BASF im Gegenzug mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten. „Die Absage kommt überraschend, da sich BASF-Chef (Kurt) Bock noch vor kurzem zuversichtlich gezeigt hatte, den Asset-Tausch bis zum Jahresende abschließen zu können“, schrieb Nord LB-Analyst Thorsten Strauß in einem Kommentar. Der gescheiterte Tausch soll die Prognose für das laufende Jahr zwar nicht beeinflussen, aber einige fürchten, dass BASF nun auf dem Gashandels- und Gasspeichergeschäft sitzen bleibe und der Konzern strategisch ins Hintertreffen gerate, sagte ein Börsianer.

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Die russische Wirtschaftskrise kommt bei den deutschen Unternehmen an. Gazprom stoppt ein milliardenschweres Geschäft mit BASF, mit dem die Russen Zugang zum Endkundenmarkt in Europa bekommen hätten.

Indes stellte die Bundesregierung am Freitag klar, dass das Geschäft nicht auf politischen Druck hin geplatzt sei. „Das ist eine unternehmerische Entscheidung“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Ministerium hatte bereits im vergangenen Jahr grünes Licht für den Deal gegeben. Auch gegen den noch nicht endgültig unter Dach und Fach gebrachten Verkauf der RWE -Tochter Dea an eine russische Investorengruppe erhebt das Ministerium keine Einwände. „Für uns ist das Thema abgeschlossen“, sagte die Sprecherin, die auf eine entsprechende Genehmigung von Oktober verwies. „Wann das Geschäft vollzogen wird, ist Sache der beteiligten Unternehmen.“

Angesichts der jüngsten Entwicklung wird für viele Investoren auch der geplante Dea-Deal von RWE zur Zitterpartie. Der Energiekonzern RWE setzt weiter auf den Verkauf seiner Tochter Dea an die russischen Investoren. „Wir arbeiten daran, die Transaktion zügig abzuschließen“, erklärte der Konzern am Freitag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Es stünden noch einige Zustimmungen Dritter aus. „Ob wir die Gespräche hierzu bereits 2014 abschließen können, lässt sich derzeit nicht absehen.“ RWE will seine Öl- und Gasfördertochter für fünf Milliarden Euro an einer russische Investorengruppe veräußern. Während die Bundesregierung und die EU-Kommission schon zugestimmt haben, brachte Widerstand aus Großbritannien den Zeitplan für den milliardenschweren Verkauf zuletzt ohnehin bereits durcheinander. Die Regierung in London ist in dem Prozess gefragt, da Dea mehrere Gasfelder in der britischen Nordsee betreibt. Großbritannien kann zwar nicht den gesamten Verkauf verhindern, kann aber nach einer Veräußerung Förderlizenzen entziehen.

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Von

rtr

Kommentare (14)

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Herr Niccolo Machiavelli

19.12.2014, 11:02 Uhr

Nach Salzgitter jetzt BASF - mal schauen, welches Unternehmen als nächstes dran glauben muss.

Das war klar, dass die Sanktionspolitik gegen Russland einen Rebound-Effekt habe würde. Frau Merkel & Co. scheint es egal zu sein. Weitsichtige Politik sieht anders aus.

Herr Vittorio Queri

19.12.2014, 11:05 Uhr

>> Anleger befürchten nun, dass weitere Deals mit Russland auf der Kippe stehen könnten >>

Die BASF ist in Russland ein Investor, der wegen des Rubelverfalls enormen Verluste erleiden muss !

Wer in Russland bei einem Kurs von 40 groß investiert hat, der muss bei einem Kurs von 80 mit Verlust der Hälfte seiner Investitionen rechnen.

So einfach ist das.

Aber die Krim muss zu Ukraine zurück, damit der Schurkenstaat mit seiner Junta die Menschen auslöschen und die Infrastruktur zerbomben kann !

Wie argumentierte doch Merkel immer : der Kreuzzug gegen die Russen in Donbass sei ANGEMESSEN !

Herr Vittorio Queri

19.12.2014, 11:09 Uhr

@ Herr Martin Weiland

>> welches Unternehmen als nächstes dran glauben muss >>

Es steht noch die komplette Deutsche Automobilindustrie zu Disposition, die Anhand von Fabriken-Bau ( überwiegend Region Kaluga ) größere Investments getätigt haben. Und die dazugehörige Zulieferindustrie, die mitgezogen wurde.

Avanti-Dilettanti-Sanktioni-Imposanti wussten nicht, was sie tun !

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