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17.01.2005

15:06 Uhr

Aktionäre gegen Abschaffung von Höchststimmrecht

VA Tech-Übernahme durch Siemens in Gefahr

Die Aktionäre von VA Tech haben sich gegen die Abschaffung des Höchststimmrechts ausgesprochen. Damit gerät die geplante Übernahme durch Siemens in Gefahr.

Vor der Siemens-Konzernzentrale in München protestierten vor Monaten VA-Tech-Beschäftigte gegen die Übernahme - jetzt haben auch die Aktionäre die Bremse angezogen. Foto: dpa.

Vor der Siemens-Konzernzentrale in München protestierten vor Monaten VA-Tech-Beschäftigte gegen die Übernahme - jetzt haben auch die Aktionäre die Bremse angezogen. Foto: dpa.

HB LINZ. Die geplante Übernahme des österreichischen Anlagenbauers VA Tech durch Siemens ist in Gefahr. Die Aktionäre des österreichischen Konzerns lehnten am Montag die Forderung von Siemens ab, das so genannte Höchststimmrecht ersatzlos abzuschaffen, das dem deutschen Unternehmen selbst bei einer Übernahme nur 25 Prozent der Stimmrechte zugestanden hätte. Auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung in Linz stimmten nur 73,5 Prozent für die Siemens-Forderung zu. Eine Mehrheit von 75 Prozent wäre jedoch nötig gewesen.

Siemens hält auch nach dem Scheitern der geforderten Abschaffung des Höchststimmrechts bei VA Tech an seinem Übernahmeangebot für den österreichischen Industriekonzern zunächst fest.

Durch das ablehnende Votum der außerordentlichen Hauptversammlung am Montag sei eine der von Siemens genannten Bedingungen für die Offerte nicht erfüllt, teilte Siemens Österreich am Montag in Wien mit. „Der Erfolg des Angebots hängt nunmehr vom Tenderverhalten der Aktionäre bis einschließlich 9. Februar 2005 ab.“

Ein Siemens-Sprecher in München ließ offen, ob der Konzern auf die im Übernahmeangebot als Bedingung gesetzte Abschaffung der Stimmrechtsbegrenzung bei VA Tech bestehen wird. „Die Frage, ob diese Bedingung fallen gelassen wird, stellt sich derzeit nicht“, sagte er lediglich. In Branchenkreisen hieß es, Siemens sehe sich nicht unter Zeitdruck. Der Konzern könne abwarten, wie die Aktionäre auf das Angebot reagierten.

Denkbar wäre, dass Siemens mit Hilfe der laufenden Offerte die Kapitalmehrheit erlangt und in einer neuen Hauptversammlung noch einmal versucht, die Stimmrechtsbegrenzung abzuschaffen. Derzeit kann jeder VA Tech-Aktionär bei Abstimmungen nur maximal 25 Prozent Anteile geltend machen, auch wenn seine Beteiligung über dieser Marke liegt.

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