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12.05.2012

15:43 Uhr

Aktionärsbeteiligung

BMW will mehr Gewinn ausschütten

Der Markt für Oberklasse-Autos boomt, und BMW will seine Aktionäre daran teilhaben lassen: Der Autobauer will höhere Dividenden zahlen. Bislang sind 1,5 Milliarden Euro eingeplant - es könnten aber noch mehr werden.

Friedrich Eichiner verspricht den BMW-Aktionären höhere Dividenden. PR

Friedrich Eichiner verspricht den BMW-Aktionären höhere Dividenden.

FrankfurtBMW macht seinen Aktionären Hoffnung auf deutlich höhere Dividenden in den kommenden Jahren. „Wir streben an, zwischen 30 und 40 Prozent des Gewinns auszuschütten - im Moment liegen wir bei 30,7 Prozent“, sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Wenn sich unsere erfreuliche Geschäftsentwicklung wie geplant fortsetzt, kann es zukünftig auch mehr werden.“ Der Hauptversammlung am Mittwoch schlägt der Vorstand vor, 1,5 Milliarden Euro zu verteilen. Das entspricht einem Unternehmenssprecher zufolge 2,30 Euro je Stammaktie und 2,32 Euro je Vorzugsaktie.

Der weltweite Boom teurer Oberklasse-Autos hatte BMW einen Jahresauftakt voller Rekorde bei Absatz, Umsatz und Ergebnis beschert. Vor Steuern schnellte der Gewinn auf 2,1 Milliarden Euro nach oben, das waren 22 Prozent mehr als vor Jahresfrist - und weit mehr als von Analysten erwartet. Unterm Strich blieb BMW ein Gewinn von 1,3 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 18 Prozent entspricht. Neben der hohen Nachfrage trugen Effizienzsteigerungen dazu bei.

Der BMW 640i Gran Coupé: Das Unternehmen will seinen Aktionären mehr am Gewinn beteiligen. (Fotoquelle: obs/BMW Group) obs

Der BMW 640i Gran Coupé: Das Unternehmen will seinen Aktionären mehr am Gewinn beteiligen. (Fotoquelle: obs/BMW Group)

„Wir rechnen 2012 mit einer neuen Bestmarke beim Absatz sowie einem Rekordergebnis - das gilt weiterhin“, sagte Eichiner der Zeitung. „Allerdings müssen wir die weitere Entwicklung in Südeuropa genau im Auge behalten.“ Große Hoffnung setzt der Autokonzern auf Amerika: „Amerika zieht wieder an. Da liegen sehr große Chancen für die BMW Group in diesem Jahr.“

Bei der 2013 geplanten Einführung des Elektroautos „i3“ sieht Eichiner den Konzern dem Bericht zufolge im Plan und rechnet mit einem hohen Käuferinteresse, besonders bei Firmenkunden. „Das Echo ist laut unserer Marktforschung sehr gut“, erklärte der BMW-Vorstand. „Den Gesprächen, die ich persönlich mit Firmenkunden geführt habe, entnehme ich eine hohe Bereitschaft, den BMW i3 in die Firmenflotten aufzunehmen.“ Da Kunden laut Marktforschung fürchten, mit einem reinen Elektroauto bei leerer Batterie liegen zu bleiben, stattet BMW die Autos wahlweise mit einem Notmotor aus. „Wir werden den i3 mit einem kleinen zusätzlichen Verbrennungsmotor anbieten“, kündigt Eichiner an. „Dieser Motor garantiert den Fahrern, nie stehen zu bleiben.“

Von

rtr

Kommentare (2)

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Wiwi-ler

12.05.2012, 17:19 Uhr

Wie wäre es, dass BMW erst einmal ein Großteil ihrer Leiharbeiterheers als Festangestellte einstellt?
Durch diese ist doch der nochmal Gewinn um eine große Ecke höher.
Fazit: Die Arbeiterklasse erwirtschaftet den Gewinn für BMW-Aktionäre und hat nichts davon.
Ich gönne den BMW-Aktionären ihre Dividende, aber ich würde an ihrer Stelle auf etwas Dividende lieber verzichten, damit viele Leiharbeiter einen festen, sicheren Job erhalten.

Lebemann

13.05.2012, 11:06 Uhr

@Wiwi-ler
An der Schule meiner Kinder unterrichten angestellte Lehrer (auf Zeit) und Beamte. Beide leisten dasselbe, doch noch immer bekommt der angestellte Lehrer sehr viel weniger Geld für seine Tätigkeit als der verbeamtete Staatsdiener. Das funktioniert für die Damen und Herren an den Taschenrechnern wunderbar, weil die Kosten gesenkt werden können. Wenn es nicht mal der Staat in seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern für sozial erforderlich hält, dass seine akademischen Bediensteten untereinander fair behandelt werden, was erwarten Sie dann als Reaktion von Großkaptalgesellschaften mit Blick auf ihre Leiharbeiter und Festangestellten?

Ein Unternehmen wie BMW hat zunächst nur eine Verantwortung gegenüber seinen Aktionären. Aktionäre wollen ebenso wenig darüber hören, ob es soziale Unverträglichkeiten in Unternehmen gibt, wie der Staat mit Blick an seine Schulen. Die Themen über „soziale Gerechtigkeit“ und „fairer Lohn“ nehmen nur Politiker in den Mund, um sich damit die nächste Amtszeit zu sichern. Praktisch gibt es keine Verbesserung der Zustände, denn die haben sich längst etabliert.

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