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22.05.2011

12:33 Uhr

Alcoa-Chef

Kleinfeld warnt Deutsche vor schnellem Atomausstieg

Klaus Kleinfelds Stimme hat Gewicht. Und der Chef des Aluminiumriesen Alcoa warnt Deutschland vor einem schnellen Atomausstieg - und vor den möglichen Konsequenzen.

Klaus Kleinfeld ist Vorstandschef von Alcoa. Quelle: Reuters

Klaus Kleinfeld ist Vorstandschef von Alcoa.

BerlinDer frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat vor Risiken eines schnellen Atomausstiegs in Deutschland gewarnt. „Eine radikal veränderte Energiepolitik kann zum Risiko für die industrielle Entwicklung in Deutschland werden“, sagte der heutige Vorstandschef des Aluminiumkonzerns Alcoa der „Welt am Sonntag“. „Die Politik muss immer bedenken, dass auf diesem Feld Entscheidungen von heute in 10, 20 Jahren Auswirkungen haben werden. Und die Industrie wird nur dahin gehen, wo sie verlässliche Rahmenbedingungen vorfindet.“

Alcoa werde angesichts der Energiedebatte keine neuen Produktionsstätten in Deutschland aufbauen. „Wenn es um die Herstellung des Grundmaterials geht, gibt es weltweit genügend Standorte, an denen Energie deutlich günstiger und trotzdem sauber ist“, sagte Kleinfeld der Zeitung. Der Konzern hat derzeit vier Standorte in Deutschland, an denen Aluminium weiterverarbeitet wird.

Kleinfeld begrüßte dennoch die Diskussionen um eine Energiewende: „Die Debatte ist wichtig und richtig. Wir müssen über den Energiemix der Zukunft nachdenken. Ziel muss es sein, nicht nur günstig, sondern auch verlässlich und sauber Energie zu produzieren.“ Ein vorzeitiges Abschalten der Atommeiler könne aber zu unerwünschten Nebeneffekten führen. „Wenn dann Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Osteuropa importiert wird, um kurzfristig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, dann ist das eine unsinnige Energiepolitik.“

Von

dpa

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

22.05.2011, 12:49 Uhr

Wessen Brot ich ess....

oha

22.05.2011, 13:19 Uhr

eine wurst, die tanzen will bleibt, eine wurst. - sry com
aber fein , daß er Deutschland gewarnt hatte:
wir sind ja eh selbst schuld.
Tucholsky hatte damals anders gewarnt, und das stand nicht im Handelsblatt zu lesen.

keeper

22.05.2011, 13:24 Uhr

Kleinfeld: „Die Debatte ist wichtig und richtig. Wir müssen über den Energiemix der Zukunft nachdenken. Ziel muss es sein, nicht nur günstig, sondern auch verlässlich und sauber Energie zu produzieren.“

"nachdenken" ist mir dabei zu wenig.
Es muß gehandelt werden, es muß investiert werden.
... und zwar richtig.


Anstatt über die Bankster die Exporterlöse in die Schuldnerstaaten zu transferieren,
damit dann Geld und Leistung das Land verlassen (mit der "Gegenleistung" eines Schuldzettels),
wäre es wesentlich sinnvoller, das Geld im eigenen Lande zu investieren!

Energie, Bildung, Mobilität.

Wasser, Wind und Sonne gibt es für umsonst.
... und während die bisherigen Energiequellen immer teurer werden,
verbessert sich die deutsche Wettbewerbsfähigkeit durch die frühzeitige Energiewende.

das einzige was es noch braucht ist eine ordentliche Anschubsfinanzierung;
ein Vorschlag:
den selben Betrag, den der Steuerzahler in diverse "Rettungsschirme" für den Ausfall der "ausländischen Schuldzettel" "investiert" hat,
in den nächsten 3 Jahren zusätzlich ins eigene Land investieren.

In beiden Fällen steht der Betrag als Schuld bei Bund und Bürger an der gleichen Stelle;
nur: einmal verschwindet die Leistung im Ausland,
und einmal bleibt sie hier.

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