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13.01.2015

03:33 Uhr

Alcoa im Umbruch

Wende beim Konjunkturbarometer

VonAxel Postinett

Der Aluminium-Konzern Alcoa überrascht mit Gewinn. Aber ist das wirklich der Silberstreif am Wirtschaftshorizont, auf den die Anleger gewartet haben? Oder haben die Alcoa-Zahlen als Konjunkturbarometer ausgedient?

Aluminiumdosen in einer Schmelzanlage: Alcoa wendet sich von der Alu-Herstellung ab - das wirkt sich positiv auf die Quartalszahlen aus. Reuters

Aluminiumdosen in einer Schmelzanlage: Alcoa wendet sich von der Alu-Herstellung ab - das wirkt sich positiv auf die Quartalszahlen aus.

New York„Unser starkes viertes Quartal beschließt ein Schlüsseljahr, in dem wir die Transformation von Alcoa signifikant beschleunigt haben“, verkündete Alcoa-Vorstandschef Klaus Kleinfeld am Montag nach Börsenschluss in New York. Umsatz und Gewinn für das Quartal lagen über den Markterwartungen.

Und 2015 habe für Alcoa alle Voraussetzungen, um erneut ein gutes Jahr zu werden, meint der frühere Siemens-Chef. Aus der Luftfahrt-Industrie erwartet Alcoa für 2015 neun bis zehn Prozent mehr Geschäft, aus dem Autobereich zwei bis vier Prozent. Die globale Aluminium-Nachfrage veranschlagt das Unternehmen sieben Prozent höher.

Nicht nur Anleger in Alcoa-Aktien hören das gerne. Schließlich signalisiert eine starke Nachfrage nach Aluminium traditionell eine robuste Wirtschaftslage. Zumindest theoretisch: Denn trotz der guten Alcoa-Zahlen sind die Wachstumsschwächen in der Eurozone nicht zu übersehen, auch für China stehen die Signale auf einer Abschwächung des Wachstums.

Selbst die Steigerung der Alu-Nachfrage aus dem Autobereich bedeutet nicht unbedingt eine boomende Konjunktur. Denn dahinter steckt ein Wandel: Zu einem guten Teil werden in der Branche lediglich Stahl- durch Aluteile ersetzt. Das bedeutet eine höhere Nachfrage nach Aluminium, ohne dass ein zusätzliches Auto vom Band liefe. Anders ist es bei der Luftfahrt: Boeing und Airbus haben bereits volle Auftragsbücher gemeldet.

Doch darauf will sich Alcoa längst nicht mehr verlassen. Um den größten Aluminium-Hersteller der USA unabhängiger von den Preisschwankungen auf dem Aluminiummarkt zu machen, expandiert Kleinfeld immer stärker in die Produktion hochwertiger Alu-Fertigteile. Die Aluminiumherstellung dagegen fährt er zurück.

Im Quartal verkaufte Alcoa zum Beispiel Anteile an einer Aluminiumschmelze. Dagegen übernahm das Unternehmen Firth Rixson, einen Hersteller im Bereich Triebwerkstechnik. Der Lohn der Diversifizierung: Alcoa zeigt laut Kleinfeld für das Gesamtjahr 2014 das beste Betriebsergebnis seit 2008.

Im Quartal stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 6, 38 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 6,04 Milliarden gerechnet. Der Nettogewinn von 159 Millionen Dollar steht einem Verlust von 2,3 Milliarden Dollar im Vorjahr gegenüber. Das Gesamtjahr 2014 ist bei einem Umsatz von 23,9 Milliarden Dollar mit einem Nettogewinn von 268 Millionen Dollar wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

Doch der Anteil des Konzerns am Weltmarkt schrumpft. Vor allem in China steigt die Zahl der Wettbewerber. Multinationale Konzerne wie BHP Billiton und Glencore reißen sich immer neue Stücke aus den angestammten Märkten Alcoas heraus.

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