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25.06.2015

05:54 Uhr

Alfa Romeo

Giulia ist zurück

VonKatharina Kort

Alfa Romeo feiert das Comeback der legendären Giulia. Der rote Raser soll mit einem Motor von Ferrari verkauft werden. Bei der Präsentation erlauben sich die Italiener einen kleinen Seitenhieb auf Audi, BMW und Mercedes.

Der neue Alfa Romeo Giulia. Das Auto soll den „Mythos“ der totgeglaubten Marke zum Comeback verhelfen. ap

Fiat und der „Geist der Marke“

Der neue Alfa Romeo Giulia. Das Auto soll den „Mythos“ der totgeglaubten Marke zum Comeback verhelfen.

Arese„Vincerò“ – ich werde siegen. Laut schmettert Andrea Boccelli mit seiner weltbekannten warmen Stimme das Lied aus der Turandot-Oper ins Mikrofon, während das feuerrote Auto „Giulia“ auf die Bühne fährt und Manager und Fiat-Erben zur Standing Ovation von ihren Sitzen springen. Sehnsüchtig habe er als kleiner Junge auf das Röhren des Alfa Romeos gewartet, in dem sein Vater nach Hause kam, hatte der Sänger zuvor erzählt. „Dieses Mal singe ich nicht über die Liebe zu einer Frau mit ihren wunderbaren Beinen, sondern über die Liebe zu einem Auto mit vier wunderbaren Rädern“. Emotion pur.

„Vincerò“ – das hofft auch Sergio Marchionne, der Vorstandsvorsitzende von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), der ebenfalls ins neue Alfa-Romeo-Museum in Arese im Norden Mailands gereist ist. Es ist der 105. Geburtstag der italienischen Kultmarke mit der Schlange im Wappen und das Model „Giulia“ der Hoffnungsträger für das F in FCA.

„Giulia ist ein reiner, authentischer Alfa Romeo“, schwärmt Marchionne. Mit dem neuen sportlichen Modell mit 6-Zylindermotor und 510 PS will der Fiat-Chrysler-Chef vor allem den US-Markt aufrollen. Mit Emotion. Nach dem Relaunch des „Cinquecento“ ist es die zweite große Wiederbelebung eines Kult-Modells aus dem Hause Fiat.

Die rund 400 Journalisten, die FCA aus aller Welt einfliegen ließ, werden mit historischen Bildern bombardiert. Lobeshymnen über Alfa Romeo von Enzo Ferrari, der einst für Alfa als Rennfahrer an den Start ging. Auch der deutsche Ingenieur und Alfa-Romeo-Chef Harald Wester will nicht von technischen Details sprechen. Nein, hier gehe es um „Geschichte“, um den „Geist der Marke“, um Emotionen, um den italienischen Charakter der Marke. Die anderen Premium-Marken – so der einstige Audi-Manager – seien „kalt, technologisch, komfortabel, aber geradezu langweilig: Emotion Zero“. Ein klarer Seitenhieb auf BMW, Mercedes und Audi.

Emotion. Damit will FCA den US-Markt erobern. Da ist auch die Wahl des Sängers Boccelli kein Zufall. Schließlich feiert der Italiener in Nordamerika mit seiner soften Klassik Riesenerfolge. Fiat Chrysler Automobiles will den Mythos von Alfa Romeo wieder aufleben lassen. Ein Mythos, den auch der Film „Die Reifeprüfung“ mitgeprägt hat: Darin brauste Dustin Hoffman mit der Braut kurz vor dem Ja-Wort in einem Spider von Alfa Romeo davon.

Auch die Giulia war ein Mythos. Mit ihren 112 PS galt sie im Jahr 1962 als revolutionär, der Motor als nahezu perfekt. Ein Sportwagen, der als Limousine daherkommt. Rund 700 Ingenieure haben die vergangenen Monate und Jahre damit verbracht, die neue Giulia zu entwickeln. Auf der gleichen Plattform der Giulia sollen in Zukunft auch SUV, Spider und die Oberklassenlimousine basieren.

Marchionne hat die Ingenieure ganz kriegerisch „Skunks“ getauft. Skunks (Stinktiere) - das waren im zweiten Weltkrieg jene Mitarbeiter von Lockheed Martin, die innerhalb von 150 Tagen unter absoluter Geheimhaltung jene Kampfflugzeuge entwickelt haben, die für den Sieg über die Deutschen mit entscheidend waren. Diesmal sollen die Skunks gegen die deutschen Prämienmarken siegen. „Vincerò“.

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