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23.05.2012

10:55 Uhr

Allianz

Fiat und Mazda planen gemeinsamen Roadster

Fiat strebt eine Zusammenarbeit mit Mazda an. Gemeinsam wollen die beiden Autohersteller kleinen Sportwagen auf MX-5-Basis entwickeln - und die japanisch-italienische Kooperation sukzessive ausbauen.

Der MX-5 soll die Basis für einen gemeinsamen Roadster von Fiat und Mazda werden. ap

Der MX-5 soll die Basis für einen gemeinsamen Roadster von Fiat und Mazda werden.

TokioFiat-Chef Sergio Marchionne ist doch noch fündig geworden. Seit Monaten ist der Italiener auf der Suche nach einer Allianz - nun will er mit dem japanischen Autobauer Mazda kooperieren. Schon auf dem Autosalon in Genf hatte Marchionne offensiv um den japanischen Autokonzern geworben. „Dieses Unternehmen würde sich sehr gut mit Fiat ergänzen“, betonte Marchionne vor Journalisten.

Nun wurden erste Details der Zusammenarbeit bekannt: Gemeinsam wollen die beiden Autobauer einen Sportwagen auf der Basis des neuen Mazda MX-5 bauen. Eine endgültige Vereinbarung dazu werde für die zweite Jahreshälfte angepeilt, teilten die Unternahmen mit. Dafür sollen zwei unterschiedliche Varianten eines solchen Roadster mit ihren jeweils eigenen Motoren entwickelt werden. Beide Fahrzeugtypen sollen im Hiroshima-Werk von Mazda gebaut werden. Die Alfa-Romeo-Variante soll 2015 in die Fertigung gehen. Weitere Möglichkeiten einer Kooperation in Europa sollen ausgelotet werden. Eine Kapitalverflechtung ist nach Angaben einer Mazda-Sprecherin aber nicht geplant.

Die Zusammenarbeit ist aus der Not geboren. Die Marken Fiat, Alfa und Lancia haben 2011 einen Verlust von 500 Millionen Euro eingefahren. Fiat verdient laut Marchionne in Europa nicht einmal seine variablen Produktionskosten, also die Ausgaben für Löhne und Materialeinkauf. Auf dem Heimatmarkt Italien ist der Absatz auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen. Allein die US-Tochter Chrysler legte zuletzt schwarze Zahlen vor. Ein Argument für Marchionne, die Internationalisierung voranzutreiben.

„Diese Vereinbarung zeigt unser Bekenntnis zu Alfa Romeo und unsere Entschlossenheit, die Marke vollständig global aufzustellen“, sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne. Wer auf dem Markt bestehen will, davon ist Marchionne überzeugt, muss acht bis zehn Millionen Autos verkaufen. Ohne Kooperationen ist das für die Italiener kaum zu schaffen. Fiat und Chrysler kommen derzeit zusammen auf vier Millionen verkaufte Autos. Lange hatte es Marchionne deshalb auf eine Kooperation mit dem französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën abgesehen. Am Ende gaben ihm die Franzosen einen Korb und verkündeten, künftig mit dem US-Autobauer General Motors zu kooperieren.

Für Mazda wäre eine Allianz mit Fiat allerdings nahezu alternativlos. Die Japaner bräuchten die Partnerschaft, um ihr Überleben zu sichern, heißt es aus Konzernkreisen. „Allianzen auf dem Gebiet der Technologie- und Produktentwicklung gehören zu den Unternehmenszielen von Mazda, und diese Ankündigung mit Fiat ist ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung“, sagte Mazda Präsident und CEO Takashi Yamanouchi. Mazda leidet an schwachen Verkaufszahlen und schreibt seit vier Geschäftsjahren rote Zahlen. Besonders der starke Yen belastet das Exportgeschäft. Die Allianz mit der Fiat-Gruppe soll Mazda helfen, seine Rentabilität zu steigern.

Die größten Automärkte der Welt

Platz 7

Russland - 1,41 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Der russische Markt gehört zu den am stärksten wachsenden Automärkten der Welt. Die Zahl der Neuzulassungen stieg im ersten Halbjahr um Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent.

Platz 6

Indien - 1,48 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Auf der indischen Halbinsel wachsen die Zulassungszahlen rasant, insbesondere bei Kleinwagen. Satte 13 Prozent betrug das Wachstum allein im ersten Halbjahr - ein Ende ist nicht absehbar.

Platz 5

Brasilien - 1,63 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Der Automarkt im größten Land Südamerikas schwächelt im ersten Halbjahr etwas stärker als erwartet. Die Zulassungszahlen schrumpften um 0,4 Prozent.

Platz 4

Deutschland - 1,64 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Auch wenn der deutsche Automarkt nur um ein Prozent im ersten Halbjahr wuchs: Damit erobern die Deutschen den vierten Platz zurück.

Platz 3

Japan - 2,53 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Die Japaner haben die Tsunami-Katastrophe hinter sich gelassen. Kein Automarkt legte im ersten Halbjahr stärker zu. Insgesamt stiegen die Zulassungszahlen im ersten Halbjahr um 57 Prozent.

Platz 2

China - 6,42 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Das rasante Wachstum in China verliert langsam an Fahrt. Trotzdem legte auch der chinesische Markt im ersten Halbjahr um neun Prozent zu.

Platz 1

USA - 7,25 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Die Amerikaner haben die Lust am Autokauf wiederentdeckt. Im ersten Halbjahr legten die Verkaufszahlen um 15 Prozent zu.

Mazda unterhält bereits eine strategische Partnerschaft mit Ford. 2010 hatte der US-Autoproduzent seine Beteiligung an Mazda allerdings reduziert. Im März hatte Mazda angekündigt, ein Drittel der Stellen in seiner Europa-Zentrale in Leverkusen zu streichen. Grund sei die „schwierige globale finanzielle Situation“, in der sich das Unternehmen befinde.

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