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02.09.2016

19:06 Uhr

Allnex

Frühere Hoechst-Tochter zieht nach Frankfurt

Nach der Fusion mit Konkurrent Nuplex zieht es Allnex an den Sitz seines früheren Mutterkonzerns Hoechst. Der Chemiekonzern verlegt seine Zentrale nach Frankfurt, juristischer Firmensitz bleibt aber Luxemburg.

Chemiekonzern Allnex ist vor allem bei wasserbasierten Lack-Bindemitteln stark. Mit Nuplex kommen lösungsbasierte Harze zu. dpa

Frankfurter Skyline

Chemiekonzern Allnex ist vor allem bei wasserbasierten Lack-Bindemitteln stark. Mit Nuplex kommen lösungsbasierte Harze zu.

FrankfurtFrankfurt bekommt einen neuen Chemiekonzern: Die ehemalige Hoechst-Tochter Allnex verlegt ihr Hauptquartier nach der Übernahme des neuseeländischen Konkurrenten Nuplex von Brüssel an den Sitz des früheren Mutterkonzerns.

„Mit dem neuen Firmensitz geht es auch darum, einen Neuanfang zu machen“, sagte Ronald Ayles, Partner des Finanzinvestors und Allnex-Eigentümers Advent, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. „Wir werden in Frankfurt eine kleine, schlanke Holding haben.“ Juristischer Firmensitz bleibt aber Luxemburg – wie bei Finanzinvestoren aus steuerlichen Gründen häufig.

Advent hat aus Allnex und Nuplex einen Weltmarktführer bei Lackharzen für die Industrie mit einem Umsatz von zusammen 2,2 Milliarden Euro und etwa 4000 Mitarbeitern geschmiedet. Die nächstgrößeren Konkurrenten sind weniger als halb so groß. Erst am Donnerstag hatte die EU-Kommission grünes Licht für die Fusion gegeben.

Allnex und Nuplex haben ihre Wurzeln in Deutschland: Hoechst hatte sein Kunstharz-Geschäft 1995 verkauft, nach weiteren vier Eigner-Wechseln wurde daraus 2013 Allnex. In Nuplex waren Teile von Akzo und Bayer aufgegangen. Beide produzieren in Deutschland: In Wiesbaden, Hamburg und Bitterfeld.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Allnex ist vor allem bei wasserbasierten Lack-Bindemitteln in Europa und den USA stark. Mit Nuplex kommen lösungsbasierte Harze zu, wie sie vor allem in Asien populär sind. Advent hatte Allnex 2012 für umgerechnet rund eine Milliarde Euro vom US-Konzern Cytec Industries gekauft, für die börsennotierte, nahezu gleich große Nuplex legte Advent umgerechnet 684 Millionen Euro hin, komplett mit Krediten finanziert.

Weitere Akquisitionen könnten folgen: „Es gibt durchaus noch das eine oder andere Unternehmen, das wir uns anschauen würden, bevor wir an einen Ausstieg denken“, sagte Ayles. 2017 sei mit einem Weiterverkauf nicht zu rechnen. „Jetzt steht erst einmal die Integration im Fokus.“ Große Kostensenkungsprogrammen seien aber nicht zu erwarten.

Von

rtr

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