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05.11.2015

12:07 Uhr

Alstom

Siemens-Konkurrent rutscht in die roten Zahlen

Ein Milliardenverkauf sorgt für Verluste: Kosten rund um den Zwölf-Milliarden-Euro-Deal mit General Electric lassen Alstom in die roten Zahlen rutschen. Die Franzosen halten dennoch an ihren Zielen fest.

Das französische Unternehmen rutscht wegen eines Milliardenverkaufs in die Verlustzone. Reuters

Alstom

Das französische Unternehmen rutscht wegen eines Milliardenverkaufs in die Verlustzone.

Paris/BerlinKosten im Zusammenhang mit dem Verkauf des Energiegeschäfts an General Electric haben den Siemens-Konkurrenten Alstom in die Verlustzone gedrückt. Im ersten Geschäftshalbjahr zu Ende September sei ein Fehlbetrag von 57 Millionen Euro angefallen nach einem Gewinn von 255 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilte der französische Industriekonzern am Donnerstag mit. General Electric übernimmt für rund zwölf Milliarden Euro die Alstom-Energiesparte, um die sich auch Siemens bemüht hatte.

Der Betriebsgewinn aus dem fortgeführten Geschäft bei Alstom legte von April bis September um zehn Prozent auf 167 Millionen Euro zu, während der Umsatz um acht Prozent auf 3,3 Milliarden Euro anzog. Alstom-Chef Patrick Kron sagte, der Konzern habe vor allem von kleinen und mittelgroßen Verträgen profitiert. In Europa seien unter anderem Züge im Heimatmarkt ausgeliefert worden wie auch in Italien. Zugleich seien Wartungsverträge in Großbritannien wie Schweden hinzugekommen.

Was GE mit Alstom vorhat

Das GE-Gebot

Der US-Industriekonzern bewertet das Alstom-Energie- und Netzgeschäft mit 12,35 Milliarden Euro. Doch anders als ursprünglich geplant werden die gewünschten Teile nicht komplett bei General Electric landen – teilweise wird es auch Joint-Ventures geben.

Staatsbeteiligung

Die französische Regierung steigt parallel zum GE-Angebot bei Alstom ein. Der Staat übernimmt 20 Prozent, die zuvor dem Konzern Bouygues gehalten hat. Laut Vereinbarung kann Paris binnen 20 Monaten nach Abschluss der geplanten Operationen bis zu 20 Prozent der Alstom-Anteile von Bouygues oder am Markt erwerben. Kauft die Regierung direkt bei Bouygues, sind der Marktwert oder mindestens 35 Euro pro Aktie fällig. Gleichzeitig räumt Bouygues der Regierung bereits mit Abschluss der geplanten Kooperation 20 Prozent der Stimmrechte bei Alstom ein.

Was bei Alstom verbleibt

Zu 100 Prozent behält Alstom das Bahngeschäft. Die Sparte baut etwa Nahverkehrszüge, aber auch den Schnellzug TGV. Die Sparte macht jährlich 6,2 Milliarden Euro Umsatz und zählt 28.200 Mitarbeiter.

Es wird eine globale Kooperation im Vertrieb mit GE geben und einen gemeinsamen Einkauf. In einzelnen Ländern wird Alstom GE-Diesellokomotiven fertigen.

Das Gegengeschäft

Alstom übernimmt im Zuge der Transaktion das Geschäft mit Signaltechnik von General Electric und stärkt damit das Eisenbahngeschäft. Die Sparte erzielt jährlich einen Umsatz von 400 Millionen Euro und beschäftigt etwa 1200 Mitarbeiter.

Was komplett an GE geht

Die Amerikaner integrieren die – auch bei Siemens heiß begehrten – Gasturbinen, die in effizienten Kraftwerken zum Einsatz kommen.

Was GE in Joint-Venture einbringt

Mit der komplexen Transaktion entstehen drei Joint-Venture (jeweils 50% Alstom und 50% GE):
- Netztechnik (bestehend aus den Segmenten „Alstom Grid“ und „GE Digital Energy“)
- Erneuerbare (bestehend aus Wasserkraftwerktechnik und Offshore-Windkraft)
- Nukleartechnik (weltweit) und Dampfturbinen (Frankreich-Geschäft)

An seinen Mittelfristzielen hält Alstom fest. Diese sehen früheren Angaben zufolge ein organisches Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent vor. Die Gewinnmarge im operativen Geschäft soll sich auf fünf bis sieben Prozent verbessern.

Von

rtr

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