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28.05.2014

14:23 Uhr

Alstom-Übernahme

Großinvestor gegen Siemens-Angebot

Ein Großinvestor hat Siemens vor der Übernahme der Energiesparte von Alstom gewarnt. Die Fondsgesellschaft Union Investment spricht sich explizit gegen den Kauf aus. Alstom entspreche nicht den Prioritäten des Konzerns.

Windrad von Alstom: Siemens greift nach der Energiesparte des französischen Konzerns. Reuters

Windrad von Alstom: Siemens greift nach der Energiesparte des französischen Konzerns.

MünchenDie Fondsgesellschaft Union Investment warnt Siemens-Chef Joe Kaeser eindringlich von einer Übernahme der französischen Alstom. „Wir sehen einen möglichen Alstom-Deal sehr kritisch, zumal die Prioritäten in Herrn Kaesers jüngst vorgestelltem Reorganisationsplan ganz woanders liegen“, erklärte Fondsmanager Christoph Niesel. Die Frankfurter sind die ersten Großanleger von Siemens, die sich explizit gegen den Kauf der Energietechniksparte der Franzosen wenden.

Sollte Siemens den US-Rivalen General Electric im milliardenschweren Bieterkampf übertrumpfen, würde Siemens von Versorgerkunden noch abhängiger, außerdem würden die Projektrisiken steigen. „Mögliche Synergiepotenziale sind vor dem Hintergrund der notwendigen Jobgarantien und der aktiven Rolle der französischen Gewerkschaften und Politik wenig glaubwürdig“, mahnte Niesel. Sein Haus gehört zu den größten Fondsaktionären von Siemens.

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Die Managementkapazitäten würden auf Jahre strapaziert, dabei würden sie doch gerade für Kaesers Umbauplan gebraucht. Der Manager richtet Siemens stärker auf Energietechnik und Industrieausstattung aus und setzt dabei vor allem auf den US-Markt, der Chancen wegen des Schiefergasbooms verspricht. „Die Ausbalancierung des Konzerns würde ad absurdum geführt, die Glaubwürdigkeit in die Neuausrichtung von Siemens erschüttert“, urteilt der Fondsmanager. Hinzu komme der Widerwillen großer Teile des Alstoms Managements, mit Siemens zusammenzuarbeiten.

Kaeser will bis 16. Juni ein detailliertes Angebot für Alstom vorlegen. Bereiche von nationaler Bedeutung würden ausgeklammert, hatte Siemens-Manager Christophe de Maistre am Dienstagabend im französischen Parlament erklärt. Alstom würde im Tausch mit der Siemens-Zugsparte ausgestattet. Kreisen zufolge liegt die Barkomponente der Offerte unter sieben Milliarden Euro. Kaeser hatte betont, es sei ihm durchaus ernst mit dem Vorstoß gegen GE. Experten rechnen allerdings nicht damit, dass er die Pläne mit letzter Konsequenz durchziehen wird.

Von

rtr

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