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17.09.2012

10:06 Uhr

Alternative Energie

Solarbranche setzt auf neue Markt-Paradiese

VonUrs Wälterlin

Deutsche Solarunternehmen lassen den darbenden Heimatmarkt hinter sich und dringen nach Südostasien vor. Sie setzen sich sogar gegen die Konkurrenz aus China durch. Deutsche Werte und Qualität sind Verkaufsschlager.

Zunehmend gefragt: deutsche Solartechnik in Thailand. dpa

Zunehmend gefragt: deutsche Solartechnik in Thailand.

BangkokIm Heimmarkt geht es vielen schlecht, in Südostasien aber herrscht unter deutschen Solarunternehmen Aufbruchsstimmung: „Wenn die Kosten pro Einheit produzierten Stroms mal überall gleich tief sind wie die für andere Energieträger, geht’s hier richtig los“, sagt Alexander Lenz, Asien- und Nahostchef für den Photovoltaik-Anbieter Conergy. Diese Zeit kommt bald: Solartechnologie wird laufend günstiger, während die Kosten für andere Energieformen steigen. In Thailand, wo Conergy fünf Großanlagen installiert hat, könnte Solarstrom schon im kommenden Jahr Netzparität erreichen. Von einem „Boom“ will Lenz aber noch nicht sprechen. „Wir sind schließlich erst am Anfang“.

Dafür ist das Potenzial umso grösser. Der Bedarf nach Energie wird in den zehn Ländern des Verbandes südostasiatischer Staaten (ASEAN) in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen. Ob in Indonesien, Thailand, den Philippinen, Malaysia oder Vietnam – in einigen der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt sind hunderte von Millionen Menschen auf dem Weg zu mehr Wohlstand. Das braucht Strom, viel Strom. Schätzungen zufolge muss in einigen Ländern mit einem jährlichen Anstieg des Elektrizitätskonsums von bis zu 16 Prozent gerechnet werden. Die bisherigen Anbieter können diesen Nachfrageanstieg nicht decken.

Gleichzeitig wächst der Wunsch verschiedener Regierungen nach umweltfreundlichen, kostengünstigen Alternativen zu Kohle- und Dieselstrom. Mehrere ASEAN-Staaten wollen künftig bis zu einen Viertel ihres Energie-Bedarfs mit regenerativen Energien decken – von Wind-, über Geothermie- bis zu Solarstrom. In den meisten Ländern liegt der Anteil der Erneuerbaren am Energiemix noch weit unter zehn Prozent. Die Bedingungen für die Erzeugung von Solarenergie sind in Südostasien ideal. Die jährliche Sonneinstrahlung liegt je nach Land zwischen 1516 und 1971 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter, in Deutschland – dem größten Solarmarkt der Welt – sind es zwischen 952 und 1225 kWh. Solartechnologie gilt als ausgereift, zuverlässig, schnell installiert.

So unterschiedlich der Entwicklungsgrad der einzelnen ASEAN-Länder ist, so unterschiedlich und komplex sind die wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, Anreize und Wachstumschancen für Solarenergie. In den Philippinen etwa, das die höchsten Stromkosten in Südostasien hat, produzieren große Freiflächenanlagen über ihre Lebensdauer zum Teil heute schon zu gleichen oder geringeren Kosten Strom wie traditionelle Erzeuger. Das Land diskutiert ein Gesetz, das die Installation von einer Million individuellen Dach-Solaranlagen ermöglichen soll.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Hemmend wirkt aber die Opposition von Seiten traditioneller Anbieter, etwa der Diesellobby. In Indonesien, mit 240 Millionen bevölkerungsmäßig das viertgrößte Land der Welt und ein potentiell gigantischer Markt, wird eine Einspeisevergütung diskutiert. Dazu kommt ein Programm, mit dem kleinere Hybridanlagen gefördert werden sollen. Diese bestehen aus Solarinstallationen und einem Dieselmotor.

In Vietnam wächst der Energiekonsum deutlich schneller als die Wirtschaft. Die Regierung hat bis 2030 ein Ausbauziel von sechs Prozent des Energiemixes für Erneuerbare Energien gesetzt. Gebremst wird in Vietnam der Ausbau der Solarenergie durch den fehlenden gesetzlichen Rahmen und die Qualität des Stromnetzes, meint Alexander Lenz. Trotz den unterschiedlichen Geschäftsbedingungen in den einzelnen Ländern ist für Lenz klar: „Asien wird für uns zum Hauptwachstumsgebiet“.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

17.09.2012, 10:29 Uhr

Und die blöden Deutschen versuchen die Alternativen Energien totzureden. Und das nur, weil die abgeschrriebenen KKW für das Energiekartell saftige Gewinne abwirft.
Übrigens versucht Minister Altmaier derzeit die zweite alternative Energiequelle zu zerstören. Er will weniger Windkraftanlagen bauen lassen. Auch hier ist die Ursache, daß die Energiemonopolisten aufgrund ihrer Verschlafenheit ihre Gewinne schwinden sehen. Dabei würden in Summe die Energiepreise sinken, wie es an der Leipziger Strombörse schon zu sehen ist. Wenn das Stromnetz noch verstaatlicht würde, wäre auch die Anbindung der Anlagen und Speicherung kein Problem mehr!
Aber wer will das schon?

tsabo

17.09.2012, 11:38 Uhr

Hallo Ihr,

glaubst Du den Schwachsinn den Du schreibst auch noch..
Manche haben dir ganz schön das Gehirn gewaschen...
Hier schreiben Lobbysten einen Bericht..die in Deutschland Milliarden von Anlegergeldern verbrannt haben oder noch verbrennen werden...- Du kannst darauf warten bis die ganzen genossenschaftlichen Windradbetreiber mangels Ertrag..trotz Subventinierung die Segel streichen...
Und dann sind wieder diese eleneden Bänker daran Schuld..-
Nein die , die Menschen in solche angeblich sicheren Investments treiben..
Und der Strom wird trotzdem nicht billiger...

Account gelöscht!

17.09.2012, 11:58 Uhr

@ tsabo

glauben sie wirklich, daß es zu den alternativen Energien Alternativen gibt?
Dann glauben sie bestimmt auch, daß die Vorräte an Öl, Kohle und Uran steigen werden.
Auch ich bin überzeugt, daß Lobbyarbeit im Hintergrund läuft. Aber nicht wie sie denken, in allen Staaten der Welt pro Alternativenergien, sondern in Deutschland für die Vormachtstellung der Energiemonopole.
Und die verlieren ihre Daseinsberechtigung, wenn es viele Einspeiser von EE gibt!

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