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06.01.2010

12:01 Uhr

Alternative Energien

Für die Solarbranche brechen trübe Zeiten an

VonMartin Murphy, Klaus Stratmann

Für die sonst so vom Erfolg verwöhnte Solarbranche brechen trübe Zeiten an: Konkurrenten aus Fernost setzen die deutschen Hersteller stark unter Druck. Und die Politik will die Förderung zurückfahren.

Schlechte Aussichten für die Solarindustrie. Quelle: dpa

Schlechte Aussichten für die Solarindustrie.

BONN BERLIN. Verbraucherschützer fordern einen starken Einschnitt bei der Förderung von Solarstrom und sprechen sich dafür aus, die Vergütungssätze künftig rascher nach unten anzupassen. „Ein Einschnitt von 30 Prozent wäre gut“, sagte Holger Krawinkel, Energieexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Außerdem müssten die Vergütungen jährlich nachjustiert werden können.

Die Verbraucherschützer sitzen mit am Tisch, wenn Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am kommenden Mittwoch mit der Solarbranche über Einschnitte verhandelt. Die Branche zeigt sich grundsätzlich offen für Kürzungen, will jedoch starke Einschnitte vermeiden.

Hintergrund ist der starke Preisverfall für Solarmodule, der dazu führt, dass sich Sonnenstrom immer kostengünstiger produzieren lässt. Die Einspeisevergütungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aber werden nur moderat nach unten angepasst. Das sorgt bei den Anlagenbetreibern für hohe Renditen. „Renditen von sechs oder sieben Prozent sind in Ordnung. Derzeit erreichen die Renditen aber den zweistelligen Bereich. Das ist nicht vertretbar“, sagte Krawinkel.

Durch die anstehende Kürzung der Solarförderung wird sich aus Branchensicht der Ausleseprozess in dieser jungen Industrie beschleunigen. „Nur professionalisierte High-Tech-Unternehmen, die ihre Kosten im Griff haben, werden überleben“, sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck dem Handelsblatt. Vorbild für die künftige Aufstellung der Solarbranche sei die deutsche Fahrzeugindustrie mit ihrem hohen Automatisierungsgrad.

Ziel müsse es sein, den Anteil der Personalkosten an den Gesamtausgaben unter zehn Prozent zu drücken. „Neben uns gelingt dies nur sehr wenigen Unternehmen.“ Vor allem wegen der preisgünstigen Konkurrenz aus China bläst den deutschen Solarfirmen der Wind hart ins Gesicht. Nach Rekordzuwächsen in den vorherigen Jahren hat die erfolgverwöhnte Branche 2009 allenfalls ein kleines Wachstum geschafft. Die Experten von Sarasin sehen sogar nur ein „Nullwachstum“.

Kommentare (5)

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Tom

06.01.2010, 16:06 Uhr

solar war von anfang an in deutschland und nordeuropa eine totgeburt. den grund sehen sie bei einem blick aus dem fenster. für diese technik sollten keine steuergelder zur verfügung gestellt werden.

Energieinteressiert

06.01.2010, 18:11 Uhr

Die Förderung des Solarstroms erfolgt nicht aus Steuergeldern sondern aus einer Umlage auf alle Stromverbraucher. Der Umfang dieser Förderung beträgt nur einen bruchteil der Atomenergieförderung, die tatsächlich aus Steuergeldern erfolgt. in bayern deckt die Photovoltaik bereits 4% des Strombedarfs. Langfristig sind auch 30% ohne weiteres möglich, selbst bei unserem mitteleuropäischen Wetter. Die Überschrift "Für die Solarbranche brechen trübe Zeiten an" kann nur einer formulieren, der sich mit dem aktuellen Markt noch nicht beschäftigt hat.

Winfried

06.01.2010, 18:48 Uhr

Keiner spricht von den tausenden Arbeitern, die
Solaranlagen installieren.
China ist nicht wegen der Lohnkosten günstiger,
sondern besonders bei den erforderlichen Energiekosten bei der Produktion von Modulen.

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