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20.09.2012

15:43 Uhr

Alternatives Verhütungsmittel

Bayer will Anti-Baby-Pflaster in Europa anbieten

Die Konkurrenz tut es schon, nun will auch Bayer das Verhütungspflaster in Europa auf den Markt bringen. Die Zulassung ist beantragt, das Umsatzpotenzial soll bei 250 bis 500 Millionen Euro liegen – pro Jahr.

Draufkleben und der Spaß kann beginnen? Ganz so einfach ist das Verhüten mit dem Anti-Baby-Pflaster nicht. Reuters

Draufkleben und der Spaß kann beginnen? Ganz so einfach ist das Verhüten mit dem Anti-Baby-Pflaster nicht.

FrankfurtBayer will in Europa ein Verhütungspflaster für Frauen auf den Markt bringen. Bayer habe bei den EU-Behörden die Zulassung für das neue Anti-Baby-Pflaster beantragt, teilte der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag mit.

Das niedrig dosierte, kaum sichtbare Pflaster werde auf den Bauch, das Gesäß oder die Außenseite der Oberarme geklebt und gebe dann Empfängnis verhütende Hormone ab, erläuterte Bayer die Methode. Nach einer Woche werde das Pflaster ersetzt, nach drei Wochen Anwendungsdauer folge eine hormonfreie Woche. Klinische Studien mit weltweit 4.200 Frauen hätten gezeigt, dass das Pflaster zuverlässig wirke. Einen Vergleich mit der täglich einzunehmenden Anti-Baby-Pille wollte eine Sprecherin dabei nicht ziehen. Genaue Daten der Studie wolle der Konzern erst im Oktober auf einem Gynäkologie-Kongress in Rom präsentieren.

Das Umsatzpotenzial des etwa elf Quadratzentimeter großen, runden Pflasters bezifferte die Sprecherin auf 250 bis 500 Millionen Euro pro Jahr. Der Pharmariese spreche auch mit der US-Gesundheitsbehörde FDA über einen möglichen Zulassungsantrag. Bayer-Konkurrent Johnson & Johnson hat schon seit mehreren Jahren das Verhütungspflaster Ortho Evra in den USA und Europa auf dem Markt. Das Bayer-Pflaster sei allerdings kleiner und dünner als das Konkurrenzprodukt, erläuterte die Sprecherin. Bayer arbeitet bei dem Verhütungspflaster mit dem Schweizer Pharmaunternehmen Acino zusammen.

Bayer hat verschiedene Anti-Baby-Pillen auf dem Markt, der ein weltweites Volumen von mehr als sechs Milliarden Euro hat. Außer mit Johnson & Johnson konkurriert Bayer hier mit der israelischen Teva-Gruppe und Warner Chilcott aus Irland. Die Bayer-Aktien notierten gegen Mittag mit 0,8 Prozent im Plus bei 65,93 Euro.

Von

rtr

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