Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.05.2012

13:28 Uhr

Amerika immer wichtiger

Deutsche Firmen finden zweite Heimat in den USA

VonHans Christian Müller-Dröge

In den USA schaffen deutsche Unternehmen derzeit mehr als 30.000 neue Jobs. Amerika wird als Standort immer wichtiger, die Bedeutung des US-Engagement wächst. Nur in einem Land erhoffen sich Firmen noch bessere Chancen.

BMW made in Spartanburg: Die Wiederentdeckung Amerikas. ap

BMW made in Spartanburg: Die Wiederentdeckung Amerikas.

DüsseldorfBMW und die USA - das ist eine große Erfolgsgeschichte. In keinem Land verkaufen die Münchener so viele Wagen. Inzwischen sind sie sogar zum größten Exporteur von in Nordamerika hergestellten Autos geworden. „Die USA sind unsere zweite Heimat“, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer nicht ohne Stolz in der vergangenen Woche bei der BMW-Hauptversammlung. Fast eine Milliarde Dollar will er in das Hauptwerk in South Carolina investieren.

Interview: „Die USA reindustrialisieren sich“

Interview

„Die USA reindustrialisieren sich“

Der Deutschlandchef von Accenture Frank Riemensperger sagt, dass die USA von der deutschen Industrie lernen. Und er erklärt, warum das Land für deutsche Konzerne so interessant ist.

Nicht nur für die deutschen Autobauer, auch für die Großen der Chemie-, Pharma- und Maschinenbaubranche wird Amerika als Absatzmarkt und Produktionsort wichtiger: Das zeigt eine Umfrage der Unternehmensberatung Accenture unter deutschen Konzernen, die sich in den USA mit Töchtern engagieren. Danach erwarten zwei Drittel der rund 120 befragten Manager, dass der US-Markt für die eigene Firma an Bedeutung gewinnen wird.

Die Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, wurde im Vorfeld der deutsch-amerikanischen Wirtschaftskonferenz „Global Business Dialogue“ erarbeitet, die heute in Berlin stattfindet. Sorgen um die deutschen Firmen in den USA müssen sich die Teilnehmer nicht machen: „Die meisten sind eindeutig auf Expansionskurs“, sagt Nicola Michels von der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in New York.

Darauf deuten auch die Ergebnisse von Accenture: Mehr als die Hälfte der Befragten will bald zusätzliche Stellen schaffen, Stellenstreichungen plant dagegen nur jede zwanzigste deutsche Dependance - ein Trend, der sich trotz der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt schon länger abzeichnet: Nach Informationen der Handelskammern beschäftigten die größten 50 deutschen US-Töchter im vergangenen Jahr 461.000 Menschen - acht Prozent mehr als 2010. Auch die Umsätze sind ähnlich stark gestiegen - auf erstmals mehr als 300 Milliarden Dollar. Für 2012 rechnen 86 Prozent mit höheren Einnahmen.

Sprungbrett USA: Deutsche Firmen schieben Amerikas Exporte an

Sprungbrett USA

Deutsche Firmen schieben US-Exporte an

Der schwache Dollar und die hohen Subventionen kommen deutschen Firmen zugute.

Als Hauptgrund für ihr Engagement in den USA sehen die von Accenture befragten Unternehmen die große und nach dem Ende der Konjunkturdelle bald wachsende Nachfrage der Konsumenten. Davon profitieren zurzeit auch die deutschen Produzenten im Inland: Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die deutschen Ausfuhren in die USA zu Jahresbeginn um mehr als 21 Prozent gestiegen.

Längst nicht so rosig sehen die befragten Konzerne dagegen ihre Chancen auf den europäischen Märkten: Rund zwei Drittel sind der Meinung, dass die USA für das eigene Geschäft im Vergleich zu Europa künftig an Bedeutung gewinnen werden. Umgekehrt ist es allerdings beim Vergleich der USA mit China: Hier glauben ebenfalls zwei Drittel, dass sich das eigene China-Engagement stärker entwickeln wird als das in Nordamerika.

VWs Erfolgswerk in Tennessee

Video: VWs Erfolgswerk in Tennessee

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.07.2012, 15:44 Uhr

Die USA mit ihrem aufgeweichtem Dollar sind ein guter Ausgangspunkt für deutsche Unternehmen in der Zukunft von dort Export zu betreiben, wie es BMW und Daimler heute schon tun.
Die Entscheidung von Audi ein Werk im politisch instabilen Mexico zu bauen, das immer unregierbarer wird, kann ein entscheidender Fehler sein. Buy American ist in den USA ein wichtiges Verkaufsargument. Im Konkurrenzkampf der deutschen Luxusautomobil-Anbieter hat Audi mehr aufzuholen als BMW und Mercedes. Daher wäre eine Entscheidung für ein Produktionswerk in USA für Audi sicherlich glücklicher gewesen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×