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06.08.2015

06:39 Uhr

Analyse zu Tesla

Warum Elon Musk unbegrenztes Vertrauen genießt

VonAxel Postinett

Tesla, das ist keine Aktie. Tesla ist eine Hoffnung, eine Vision. Und wie das so ist mit Visionen, muss man weit vorausschauen, fest an den Erfolg glauben – und die etwas hässliche Gegenwart großzügig übersehen.

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San FranciscoDie hässliche Gegenwart, das sind im Fall des Elektroauto-Herstellers Tesla die Zahlen zum zweiten Quartal 2015. Da ist ein auf 184 Millionen Dollar fast verdreifachter Nettoverlust vor dem Hintergrund hoher Investitionen in neue Modelle und eine riesige Batteriefabrik in der Wüste von Nevada. Dazu kommt die überraschende Nachricht einer Kürzung der Jahresprognose für verkaufte Fahrzeuge um bis zu 5000 Stück.

Waren es bislang 55.000 Stück, die bis zum Jahresende bei den Kunden in der Garage stehen sollten, werden es jetzt „50.000 bis 55.000“ sein, wie Vorstandschef und Mitgründer Elon Musk den Aktionären schonend beibringen wollte. Der Grund: Er arbeite an einer langfristigen Erfolgsstory, stellt Musk klar, nicht an der Erfüllung von Quartalszahlen.

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Einem Elon Musk nehmen seine Bewunderer das nicht übel. Er hat noch immer unbegrenzten Vertrauensvorschuss. Denn es gibt zwei Dinge, die man in den USA niemals machen sollte: Einen Autohersteller gründen oder eine Weltraumfirma. Und Musk hat beides gemacht und bislang damit überlebt.

Da lassen die Aktionäre auch mal fünfe gerade sein. Im Februar hatte der Ausnahmeunternehmer gegenüber Analysten noch vollmundig erklärt, selbst wenn die „Verkäufe in China Null wären“, dann sei „immer noch zuversichtlich“ das Ziel von 55.000 Auslieferungen in 2015 zu schaffen. Nun ist es halt doch weniger. Im zweiten Quartal wurden rund 11.500 Autos verkauft, im laufenden sollen es ebenso viele werden. An der Wall Street hielt sich der Verlust am Mittwoch nachbörslich trotzdem in Grenzen. Es ging um 5,6 Prozent abwärts auf immer noch 255 Dollar und einer Börsenbewertung von rund 30 Milliarden Dollar. Würden solche prozentualen Korrekturen bei Apple und dem iPhone passieren – an der Börse wäre der Teufel los.

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Doch nicht bei Tesla. Denn eigentlich ist selbst die Produktionskürzung eine positive Meldung, macht Musk klar. „Spät im dritten Quartal“ wird endlich die Einführung des Model X erfolgen, des SUV mit den Flügeltüren, das „am schwersten zu bauende Auto der Welt“, wie er es selbst einschätzt. Deshalb könne es Probleme bis ins vierte Quartal geben, zumal die Fertigungslinien zur Vorbereitung eine Woche lang stillgelegt werden müssen.

„Wir wollen nur erstklassige Autos produzieren“, ist das Credo. Geht alles glatt, rechnet der Visionär vor, der auch ein unterirdisches Passagierbeförderungssystem zwischen San Francisco und Los Angeles installieren will, dann werde der Absatz beider Modelle zusammen 2016 zwischen 83.000 und 93.000 Fahrzeugen liegen. Gelingt dann noch die Einführung eins geplanten Billigmodells für unter 35.000 Dollar, ist sein Ziel für 2020 in Sicht: 500.000 Autos pro Jahr.

Kommentare (19)

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06.08.2015, 08:02 Uhr

Das E-Auto hat keinen Zukunftmarkt und hat diesen auch nie gehabt. Und jetzt wo der Ölpreis im Keller ist, hat das E-Auto erst recht keinen Markt mehr. Die Subventionen in der E-Autobranche werden Schritt für Schritt zurückgefahren und was bleiben wird, sind enttäuschte Anleger und eine Firma Tesla die Pleite geht.
Und diese 50.000 E-Autoverkäufe wird er auch nicht haben, wenn er im Quartal nur 11.500 Stck absetzt. Das sind dann im Jahr gerade einmal 46.000 Stck.
Musk ist ein Blender und Verführer. Weder E-Autos noch die gesamte sog. Erneuerbare Energiebranche hatte jemals einen Markt und wird somit auch in der Zukunft keinen haben. Diese sog. Erneuerbare Branche inkl. E-Autos und Batterien/Speicher basiert auf marktfeindlichen Gesetzen oder Steuervergünstigungen = Subventionen. In Deutschland basiert die sog. Energiewende auf der Basis eines marktfeindlichen EEG. Hier wird es in Zukunft auch lange Gesichter geben.

Herr Charly Schorr

06.08.2015, 08:08 Uhr

Das eigentliche Ziel ist, vom Verbrauch fossiler Brennstoffe für die Straßenmobilität wegzukommen. Dies läßt sich mit den Akku-Autos von Tesla nicht erreichen! Elektromobilität ist nur dann wirtschaftlich und physikalisch sinnvoll, wenn es geht wie bei den Bahnen: Kein Energievorrat an Bord, sondern der Strom kommt aus dem Netz an Bord. Erzeugung und Verbrauch sind zwei zeitgleiche Vorgänge.

Schorr Power Net versorgt alle Fahrzeuge egal ob PKW oder LKW aus der Straße heraus per Induktion. Nur die Schleife über die sich ein Elektrofahrzeug befindet ist zugeschaltet. Dieses Straßenstromnetzt rechnet sich überall wo ein gewisses Fahrzeugaufkommen besteht. Abseits davon ist es sinnvoll wie beim Opel Ampera. Die vorhandene Kombination aus 35 Ltr. Tank, Motor und Generator liefert genug KwH für ca. 400 km autarke Reichweite.

Herr Roberto Joao Almeida e Silva

06.08.2015, 08:10 Uhr

http://www.auto-motor-und-sport.de/news/emissionsfrei-ab-2030-kalifornien-plant-verbrennungsmotor-verbot-675145.html .....muss man da noch mehr sagen? Und wenn der größte US-Markt das macht....dann wie lange bis die anderen nachziehen?

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