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02.11.2015

11:53 Uhr

Analyse zur Auftragslage

Die Zweiteilung des Maschinenbaus

VonMartin Wocher

Während das Auslandsgeschäft mit China schwächelt, verzeichnet der Maschinenbau im Euroraum und in den USA deutliche Zuwächse. Noch bleibt Deutschlands Vorzeigebranche gelassen. Allerdings drohen ihr unruhige Zeiten.

Die Vereinigten Staaten gehören mittlerweile zu den wichtigsten Auslandsmärkten der Branche. dpa

Maschinenbau

Die Vereinigten Staaten gehören mittlerweile zu den wichtigsten Auslandsmärkten der Branche.

DüsseldorfDie jüngsten Zahlen dürften die Skeptiker noch einmal bestätigen: Minus 18 Prozent bei neuen Bestellungen aus dem Ausland im September. Das sieht auf den ersten Blick wie ein schrilles Alarmsignal für den deutschen Maschinenbau aus. Es ist vor allem die Zurückhaltung der chinesischen Kunden, die zu dem massiven Einbruch geführt hat. Gleichwohl übt sich die Branche in Gelassenheit – und das zu Recht.

Denn zum einen nivelliert sich der Rückgang im wichtigen Auslandsgeschäft, je länger der Zeitraum betrachtet wird. So verbleibt auf Drei-Monats-Basis nur noch ein Minus von sechs Prozent. Auf der anderen Seite stehen aber Zuwächse im Euroraum, bei deutschen Kunden aber auch aus den Vereinigten Staaten, dem inzwischen wichtigsten Auslandsmarkt der deutschen Vorzeigebranche.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Der deutsche Maschinenbau erlebt derzeit eine klassische Zweiteilung. Viele Sparten, die sich im grundstoffnahen Bereich tummeln, haben mit deutlichen Orderrückgängen zu kämpfen: Die Hersteller von Stahl- und Walzwerken zum Beispiel. Oder Unternehmen, die Bergbaumaschinen produzieren oder Großanlagen für die Chemieindustrie. Sie verzeichnen derzeit Rückgänge von bis zu 20 Prozent.

Damit spiegelt sich die Weltkonjunktur auch bei den Ausrüstern wider. Denn einbrechende Rohstoffpreise bei Kohle, Erzen aber auch Öl und Gas haben die Investitionen der Bergbau- und Ölkonzerne deutlich schrumpfen lassen.

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