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30.01.2006

17:45 Uhr

Analysten bleiben vorsichtig

Fiat reißt das Steuer herum

Fiat ist wieder auf dem Vormarsch: Nach vier Jahren roter Zahlen hat die Autosparte des Turiner Traditionskonzerns erstmals wieder ein positives Ergebnis im laufenden Geschäft vorgelegt. Analysten äußerten sich angesichts des harten Preiskampfes unter den Herstellern aber zurückhaltend, ob die Besserung von Dauer sein kann.

Erfolgsmodell Fiat Punto. Foto: Fiat

Erfolgsmodell Fiat Punto. Foto: Fiat

HB TURIN. Im Abschlussquartal habe Fiat Auto operativ ein positives Ergebnis von 21 Mill. Euro erzielt, gab das Unternehmen am Montag in Turin bekannt. Das ist der erste Quartalsgewinn der Auto-Sparte seit mehr als vier Jahren. Vor Jahresfrist war noch ein operativer Verlust von 156 Mill. Euro angefallen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt für das vierte Quartal mit einem Gewinn von 8,5 Mill. Euro gerechnet. Der Quartalsumsatz der Sparte erhöhte sich auf 5,562 Mrd. Euro von 5,398 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum.

Fiat-Chef Sergio Marchionne hat in der Vergangenheit die Kosten der Auto-Sparte gesenkt und Allianzen mit anderen Herstellern wie Ford geschmiedet, um dieses Geschäft in die Gewinnzone zurückzuführen. Den neuen Punto, der im September auf den Markt kam, will Fiat in diesem Jahr 360 000 Mal verkaufen Allerdings droht dem Modell Konkurrenz, wenn Rivalen wie Peugeot und Opel ihre angekündigten Stadtautos herausbringen.

Die WestLB erhöhte ihre Empfehlung für die Fiat-Aktie auf „neutral“ von „reduzieren“. Die Ratingagentur Moody's schätzt den Ausblick von Fiat nun als stabil ein, nachdem die Einschätzung zuvor negativ war. Trotz der Erfolge auch beim Abbau des hohen Schuldenstands mahnten Analysten allerdings zu Vorsicht. „Wir bleiben besorgt, was die Nachhaltigkeit der Gewinne anbelangt“, schrieb Stanford Bernstein von Morgan Stanley in einer Kurzanalyse. „Wir befürchten, dass die vielfach herbeigesehnte Ertragswende nur von kurzer Dauer sein wird.“

Konzernchef Marrchionne kündigte weitere Kooperationsabkommen mit Autobauern an, um die Entwicklungs- und Produktionskosten weiter zu senken. Fiat hatte unlängst ein Abkommen zur Zusammenarbeit mit dem indischen Hersteller Tata Motorsgeschlossen. Weitere Allianzen existieren mit dem französischen Autobauer Peugeot Citroen PSA, Suzuki und Ford.

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