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28.01.2005

13:58 Uhr

Analysten sehen die Transaktion positiv für beide Konzerne

Merck verkauft Geschäft mit Elektronikchemikalien an BASF

An den Chemiekonzern BASF verkauft der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck sein weltweites Geschäft mit Elektronikchemikalien für 270 Millionen Euro. Merck wolle sich auf innovative Geschäfte in den Sparten Pharma und Chemie konzentrieren, begründete das Unternehmen am Freitag in einer Mitteilung.

HB FRANKFURT. Das nach Angaben eines BASF-Sprechers profitable Geschäft erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 2004 einen Umsatz von 155 Millionen Euro erwirtschaftet - ein Plus von 16 Prozent binnen Jahresfrist. Die Transaktion soll im zweiten Quartal unter Dach und Fach gebracht werden. Analysten sehen die Transaktion positiv für beide Konzerne. Die Merck-Aktie zog nach der Mitteilung kräftig an und lag am Mittag mit 0,86 Prozent im Plus bei 50,58 Euro. BASF notierten 0,27 Prozent im Plus.

„Der Verkauf hat für alle Partner klare Vorteile“, sagte der Chemie-Chef von Merck, Thomas Schreckenbach. BASF erklärte, mit der Übernahme werde der Ludwigshafener Konzern ein führender Anbieter von Elektronikchemikalien für die schnell wachsende Halbleiter-Branche und für Flachbildschirm-Hersteller. Auch dieser Bereich habe hohe Wachstumsraten. In Europa und Asien werde die Marktstellung von BASF bei Elektronikchemikalien deutlich gestärkt.

Merck Electronic Chemicals mit seinen rund 600 Beschäftigten war bei den Darmstädftern bereits zum 1. Januar 2003 in eine rechtlich eigenständige Konzerngesellschaft ausgegliedert worden. Die Übernahme umfasst Produktionsstandorte und Distributionszentren in Taiwan, Malaysia, China, Singapur, Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland. Zwischen beiden Unternehmen sei ferner vereinbart worden, das Merck und BASF die Geschäfte im Schlüsselmarkt Taiwan längstens bis Ende 2005 unter Federführung der BASF gemeinsam führen werden. Spätestens dann habe BASF das Recht, die Merck-Anteile an dem Taiwan-Geschäft zu übernehmen. Analysten werteten die Vereinbarung positiv für beide Konzerne. „Für Merckkommt die Transaktion zu einem günstigen Zeitpunkt und BASF kann dadurch sein Portfolio abrunden und eine höhere Wertschöpfungstiefe erreichen“, kommentierte Chemieanalystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Der Verkaufspreis liege mit einem Umsatz-Vielfachen von etwa 1,2 bis 1,3 im branchenüblichen Rahmen. Das Bankhaus Goldman Sachs wies für Merck darauf hin, der Verkauf verschlanke nicht nur die Darmstädter Gruppe weiter hin zu einem Zwei-Sparten-Konzern. Mit ihm reduziere sich auch der zyklischen Anteil der Merck-Geschäfte.

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