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27.01.2004

11:25 Uhr

Analysten setzen auf höheres Angebot von Sanofi

Aventis will sich mit allen Mitteln verteidigen

In der Pharmabranche bahnt sich eine harte Auseinandersetzung um die Kontrolle bei Aventis, dem drittgrößten europäischen Pharmakonzern an. Das feindliche Übernahmeangebot, das der französische Konkurrent Sanofi gestern Morgen vorlegte, hat der Aventis-Vorstand nachdrücklich zurückgewiesen.

shf/ant/mm FRANKFURT/M. Man werde mit allen Mitteln versuchen, die Übernahme abzuwehren, erklärte Aventis-Chef Igor Landau vor Vertretern des Europa-Betriebsrats von Aventis. Welche konkreten Abwehrmanöver der Straßburger Konzern plant, blieb allerdings auch gestern noch unklar. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird der Aufsichtsrat von Aventis am Mittwoch zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen und über die Offerte beraten. Es gilt jedoch schon heute als weitgehend sicher, dass die Vertreter der Anteilseigner das Angebot ebenfalls ablehnen. Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Dormann und sein Vertreter Jean-René Fourttou haben sich nach Angaben des Unternehmens der Position des Vorstands bereits angeschlossen.

Nach Informationen aus Bankenkreisen prüft der Konzern unter anderem die Möglichkeit einer Gegenofferte für Sanofi. In einer offiziellen Stellungnahme erklärt der Aventis-Vorstand, dass es hinsichtlich der „industriellen und sozialen Logik überzeugendere Szenarien“ gebe. Analysten schließen vor diesem Hintergrund nicht aus, dass sich der Konzern um andere Fusionspartner bemühen könnte, wobei vor allem der Schweizer Konzern Novartis und der britische Konkurrent Glaxo-Smithkline als mögliche Interessenten gehandelt werden.

Die betroffenen Unternehmen lehnten jeden Kommentar dazu ab. Und Pharmaexperten zeigten sich zum Teil skeptisch gegenüber solchen Varianten. Sie verweisen unter anderem auf die Unsicherheit über den drohenden Patentablauf des umsatzstarken Allergiemedikaments Allegra von Aventis, was letztlich abschreckend wirke.

Bei einer Annäherung an die britische Glaxo-Smithkline bestehe das Problem, dass sich deren Impfstoffgeschäft möglicherweise zu stark mit den Aktivitäten von Aventis Pasteur überlappe. In der Research-Abteilung der Deutschen Bank werden als mögliche Übernahmeinteressenten für Aventis auch Astra Zeneca und Roche genannt. Beide hätten jedoch mit politischem Widerstand zu rechnen, weil die französische Regierung bereits ihre Zustimmung zu dem rein französischen Merger signalisiert hat. Roche müsse zudem mit dem Veto seines Großaktionärs Novartis rechnen, der gut ein Drittel der stimmberechtigten Aktien hält.

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