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24.03.2014

11:43 Uhr

Anfangsverdacht

Steuerfahndung durchsucht Salzgitter AG

Die Salzgitter AG hat nicht nur mit Verlusten, sondern offenbar auch mit der Steuerfahndung zu kämpfen. Ermittler durchsuchten jetzt die Konzernzentrale und ein Tochterunternehmen. Das Unternehmen weist Vorwürfe zurück.

Gelände der Salzgitter AG in Salzgitter: „Den steuergesetzlichen Vorschriften gefolgt.“ dpa

Gelände der Salzgitter AG in Salzgitter: „Den steuergesetzlichen Vorschriften gefolgt.“

SalzgitterDer mit Verlusten kämpfende Stahlkonzern Salzgitter hat jetzt auch Ärger mit der Steuer. Am vergangenen Mittwoch hätten Mitarbeiter der Steuerfahndung Braunschweig das Unternehmen durchsucht, teilte die Salzgitter AG am Montag auf Anfrage mit. Es bestehe ein nicht genau benannter Anfangsverdacht, dass Tochtergesellschaften von 2006 bis 2009 steuerrechtlich unzulässige Rückstellungen gebildet hätten. Die Ermittler hielten sich unter anderem in der Konzernzentrale in Salzgitter und bei der Tochter Peiner Träger auf. Der Konzern wies die Vorwürfe zurück.

„Anders als die Staatsanwaltschaft vertritt die Salzgitter AG die Auffassung, in allen Steuererklärungen den steuergesetzlichen Vorschriften gefolgt zu sein“, hieß es. Weitere Auskünfte gab das Unternehmen mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Salzgitter hatte im vergangenen Jahr knapp eine halbe Milliarde Euro Verlust geschrieben. Größter Aktionär ist das Land Niedersachsen mit 26,5 Prozent der Anteile. Die Aktie lag am Morgen knapp ein Prozent im Minus. An diesem Freitag stellt der Stahlkonzern seine Jahreszahlen vor.

Von

dpa

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